Stuttgart Bildungsplan: Eltern-Ängste sind unbegründet

Stuttgart / WIE 19.02.2014
Ministerpräsident Winfried Kretschmann will auf Kritiker der umstrittenen Bildungsplanreform zugehen.

 Er könne die Ängste von Eltern gegen das Unterrichtsziel, für Akzeptanz sexueller Vielfalt zu werben, "gut verstehen" und nehme "die Bedenken sehr ernst", sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Deshalb werde er zusammen mit Finanzstaatssekretär Ingo Rust (SPD), der in der evangelischen Kirche aktiv ist, das Gespräch mit evangelikalen Gruppen suchen. Es beunruhige ihn, dass das Thema "Kulturkampf"-Charakter annehme.
"Dafür gibt es keinen Grund, es wird sich am Aufklärungsunterricht nichts Relevantes ändern", versprach Kretschmann. "Alle Menschen können mit Vertrauen ihre Kinder in die Schule schicken." Der Regierungschef kündigte an, "natürlich" werde das umstrittene Arbeitspapier überarbeitet. "Wir werden die Dinge so formulieren, dass es zu keinen Missverständnissen kommt."
Entschieden verwahrte sich Kretschmann gegen vielfach geäußerte Vorwürfe, es gehe Grün-Rot darum, Kinder im Schulunterricht umzuerziehen: "Wir indoktrinieren in keiner Richtung, davon sind wir soweit weg wie der Mond." Vielmehr gehe es der Schule immer darum, die Urteilskraft der Kinder zu stärken und sie zu freien Menschen zu erziehen. Dass sich der Unterricht dabei auch an den Realitäten zu orientieren habe, verstehe sich von selbst.

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