Ravensburg Bessere Zahlen bei Klinikverbund in Oberschwaben

Ravensburg / RUDI SCHÖNFELD 19.07.2013
Der finanziell schwer angeschlagene Klinikverbund OSK hat nach eigenen Angaben die Wende zum Besseren eingeleitet und das Defizit verringert.

Bei der Bilanzpressekonferenz der Oberschwabenklinik (OSK) gab der Krankenhausverbund im Kreis Ravensburg gestern bekannt, dass statt des befürchteten Defizits von 10,5 Millionen Euro am Ende des Jahres 2012 ein Fehlbetrag von nur 4,6 Millionen entstand. Geschönt wird das Ergebnis freilich vor allem vom Verzicht des kreiseigenen Immobilienbetriebs IKP auf Mieteinnahmen in Höhe von 4,5 Millionen Euro.

Als bemerkenswert bezeichnete Geschäftsführer Sebastian Wolf die Bilanz des Zentralklinikums St. Elisabeth (EK), das zurzeit für 260 Millionen Euro grundlegend erneuert wird. Nach einem Minus von 1,3 Millionen Euro im Jahr 2011 sei 2012 wieder ein Überschuss von 1,2 Millionen Euro erzielt worden. Wolf bezeichnete das Ravensburger EK als wirtschaftlich stabilstes Haus der Region zwischen Bodensee und Ulm.

Der Hinweis des Geschäftsführers ist vor dem Hintergrund der Übernahme des Krankenhauses 14 Nothelfer im benachbarten Weingarten durch das Klinikum Friedrichshafen zu sehen. Vor gut einer Woche hatten die Friedrichshafener das mit 22 Millionen Euro hoch verschuldete 160-Betten-Haus für 1,5 Millionen Euro gekauft. Damit erwächst dem EK vor der Haustür Konkurrenz, zumal der Schuldenberg der Stadt Weingarten bleibt und der Friedrichshafener Geschäftsführer Johannes Weindel an zusätzliche Angebote wie Kardiologie, Gynäkologie, Urologie und Gefäßchirurgie an der Klinik 14 Nothelfer denkt.

Eine weitere Entlastung im Umfang von 3,1 Millionen Euro erhofft sich die OSK-Führung vom Wegfall der Allgäustandorte Leutkirch und Isny. Auch vom Personal wird weiterer Lohnverzicht erwartet. Seit Monaten sperrt sich aber die Ärzteschaft gegen weitere Streichungen.