Stuttgart Bericht: Noch Lücken beim Erfassen junger Flüchtlinge

Ein kleiner Junge, der als Flüchtling im Aufnahmezentrum lebt, blickt durch ein verschlossenes Gitter. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv
Ein kleiner Junge, der als Flüchtling im Aufnahmezentrum lebt, blickt durch ein verschlossenes Gitter. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv © Foto: Mohssen Assanimoghaddam
Stuttgart / DPA 24.07.2018

Beim Erfassen von jungen unbegleiteten Flüchtlingen gibt es im Südwesten noch Lücken. Das geht aus einer Abfrage des Innenministeriums bei Jugendämtern und Ausländerbehörden hervor, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstag) berichten. Demnach waren 70 unbegleitete minderjährige Ausländer (Uma) in Baden-Württemberg zum Stichtag im Mai nicht erkennungsdienstlich behandelt. Gründe waren demnach, dass die Heranwachsenden im Gefängnis saßen oder neu in der Zuständigkeit einer Behörde waren.

Neben der Überprüfung des Alters geht es auch um den Abgleich von Fingerabdrücken in einem EU-weiten Datensystem, durch den Behörden sehen können, ob jemand schon in einem anderen Land registriert ist. Um Lücken zu verhindern, sollen neu ankommende Flüchtlinge, die sich als minderjährig bezeichnen, künftig zentral im Ankunftszentrum in Heidelberg erfasst werden. Verweigern die Betroffenen die Untersuchungen, sollen sie automatisch als volljährig gelten.

Es dürfe nicht sein, dass „jemand, der hier um Schutz bittet, den Staat erst mal über seine Identität und sein Alter belügt“, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) dem Blatt. Durchschnittlich kommen demnach derzeit 30 Uma pro Woche im Land an.

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