Land am Rand Benachteiligte Läberwurscht

Robert Mürb, Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa, sieht die Region zwischen Weil am Rhein und Mannheim im Hintertreffen.
Robert Mürb, Vorsitzender der Landesvereinigung Baden in Europa, sieht die Region zwischen Weil am Rhein und Mannheim im Hintertreffen. © Foto: Uli Deck/dpa
Karlsruhe / Fabian Ziehe 05.09.2018

Was tönt nach alter Weise / in Brudersphären Wettgesang? Nein, ihr Goethe-Kenner, nicht die Sonne! Es ist das olle Lied, gezupft auf der alten Leier: das Badnerlied. Wobei Wort und Weise von Robert Mürb aus Karlsruhe mehr klagend denn hymnisch klingen: Das Völkchen  im äußersten Südwesten werde benachteiligt – vom bösen, bösen Württemberger.

Mürb führt die „Landesvereinigung Baden in Europa e.V.“, eine „Initiative zur Wahrung der badischen Interessen und zur Verwirklichung einer freundschaftlichen Partnerschaft über die Grenzen am Oberrhein hinweg“. Oberrhein also. Von Schwarzwald und Baar ist keine Rede. Und weiter: Die Vereinigung kämpfe „gegen einseitige Bevorzugungen bestimmter Regionen“.

So erklärte Mürb nun der Nachrichtenagentur dpa: Weiterhin fließe zu wenig Geld in badische Verkehrsprojekte verglichen mit Württemberg. Stimmt: So viel Beton wie für S 21 sickert derzeit nirgendwo in badische Erde – obwohl man sich beim Tunnel Rastatt redlich bemüht hat. Mürb fordert: Baden muss nach Proporz mit Geld bedacht werden. Zumal Württemberg seit der Bildung des Südweststaats 1952 stärker profitiert, was Krankenhäuser, Zoos und Landesmarketing angeht.

Lob geht indes an Landesvater Winfried Kretschmann, auch da dieser das Sorgenkind Badisches Staatstheater Karlsruhe zur Chefsache gemacht hat. Die Hudelei eines Hundert-Prozent-Badeners für einen gebürtigen Schwaben irritiert zunächst. Vielleicht rührt das Wohlwollen daher, dass der Kopf der (aus Mürbs Sicht zu württembergisch geprägten) Landesverwaltung längst Sigmaringer ist. Ein Hohenzoller! Trifft das des Pudels Kern?

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