Trossingen/Stuttgart Behörde: Keine Misshandlung in Trossinger Kita

Trossingen/Stuttgart / EPD 08.12.2012

In der in Verdacht der Kindesmisshandlung geratenen Kita "Kleine Riesen" in Trossingen (Kreis Tuttlingen) gibt es nach Ansicht des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) keine akute Kindeswohlgefährdung. Die Hauptvorwürfe des Fixierens und Einwickelns der Kinder sowie des gewaltsamen Fütterns könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr bestätigt werden, teilte die Behörde mit, die für die Aufsicht über Kitas und die Sicherstellung einer dem Kindeswohl entsprechenden Betreuung zuständig ist.

Das Landesjugendamt habe die Vorwürfe bereits vor einem Monat in der Kindertagesstätte mit dem Träger der Kita erörtert. Zu diesem Zeitpunkt sei die beschuldigte Person bereits aus dem Dienst genommen worden. Allerdings gebe es inzwischen neue, "weniger schwerwiegende Aspekte, die der Aufbereitung bedürfen", so der Kommunalverband. Diese erforderten derzeit aber keine unmittelbaren Sanktionen gegenüber dem Träger oder noch tätigen Personen.

Verschiedene Medien hatten berichtet, dass in der Kita Kinder ans Bett gefesselt und mit Gewalt zum Essen genötigt worden seien. Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat wegen Verdachts auf Freiheitsberaubung und Körperverletzung die Ermittlungen aufgenommen. Sie richten sich gegen die frühere Leiterin der Kita und weitere Erzieherinnen. Sollten sich die Vorwürfe erhärten und es zu einer gerichtlichen Verurteilung kommen, drohten den Beschuldigten Geldstrafen oder Haftstrafen bis zu fünf Jahren.

Auslöser der Ermittlungen waren anscheinend Berichte einer Praktikantin, wonach Kinder so in Tücher gewickelt worden seien, dass sie sich nicht mehr bewegen konnten. Das Essen sei den Kleinen "reingedrückt" worden. Mütter berichteten, die Kleinen seien wie Mumien eingepackt oder links und rechts festgebunden worden. Die Trossinger Kita gehört zu einer privat geführten Kette.