Land am Rand Begehrte Nachtschicht gegen Lärm und Dreck

Wasserturmfontäne in Mannheim. Der neue Nachtbürgermeister soll schauen, dass die Stadt bei Nacht so schön bleibt.
Wasserturmfontäne in Mannheim. Der neue Nachtbürgermeister soll schauen, dass die Stadt bei Nacht so schön bleibt. © Foto: Ronald Wittek/dpa
Mannheim / Alfred Wiedemann 07.07.2018

Früher wurden Nachtwächter gebraucht. Heute werden Nachtbürgermeister gesucht. Früher war es ja nachts auch noch eher ruhig, während heute manche praktisch pausenlos durchfeiern und lärmen. Wenigstens in Städten, die niemals schlafen. Im Südwesten, mit Großstädten nicht üppig bedacht,  fällt eigentlich nur Mannheim in diese Kategorie. Deshalb sucht die Stadt gerade auch einen „Night Mayor“. Amsterdam und London haben es vorgemacht, da darf die Kurpfalz-Metropole nicht fehlen.

Der Nachtbürgermeister soll nach Rathausangaben darauf schauen, dass die Clubszene für die jungen Mannheimer blüht und gedeiht, gleichzeitig aber wenig Müll macht und die Anwohner keinen Grund zum Klagen haben. Irgendwer will halt doch  schlafen, sogar in Mannheim.

Die Frist für Bewerbungen lief bis Ende Juni. Nun liegt ein ganzer Stapel im Rathaus. 40 Leute wollen sich beruflich Nacht für Nacht um die Ohren schlagen – so ein „Night Mayor“ muss mitfeiern, um mitzubekommen, was läuft. Einige gute seien darunter, hieß es. Die Auswahl werde schwer. Deshalb lässt sich die Stadt helfen: 16 Bewerbungen wurden ausgewählt. Unter diesen 16 kann man auf Facebook bis Mitte Juli Personalchef spielen. Ein bisschen wenigstens. Die Gewinner müssen sich noch einer Fachjury präsentieren. Erst da soll gemeinsam mit dem Publikum entschieden werden, wer „Night Mayor“ wird. Falls der dann keinen guten Job macht, kann die Stadt ja wie früher Nachtwächter anstellen.

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