In den "Stuttgarter Nachrichten" forderte Stich, den anstehenden Tarifabschluss für die Landesangestellten zeit- und inhaltsgleich auf die Landesbeamten zu übertragen. Sollte Grün-Rot die Beamten erneut benachteiligen, werde man eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Erwägung ziehen. Stich schloss auch einen Wahlboykott von Grün-Rot bei der Landtagswahl 2016 nicht aus.

Die Landesregierung will die nächste Tariferhöhung für die Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst abermals erst mit zeitlicher Verzögerung auf die Beamten übertragen. Damit wird den Betroffenen laut Stich unterm Strich zwischen 1000 und 3000 Euro im Jahr vorenthalten. Stich hatte schon vor zwei Jahren damit gedroht, vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen, falls Grün-Rot die Beamtenversorgung anrühren wolle. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigte sich gestern unbeeindruckt von Stichs Drohungen. "Ich äußere mich zu laufenden Tarifverhandlungen nicht", sagte er nur.

Heute will der Beamtenbund auf einer Kundgebung in Stuttgart für die zeitgleiche Übertragung einer Tariferhöhung demonstrieren. Eine Kernforderung der Gewerkschaften lautet 5,5 Prozent mehr Geld.