Banater Schwaben aus vielen Ländern feiern am Wochenende in Ulm ihr 300-jähriges Bestehen. Alle zwei Jahre kommen sie in Ulm für ihren Heimattag zusammen. „Das ist die größte Veranstaltung, die die Landsmannschaft der Banater Schwaben organisiert“, sagt Stefanie Dolvig, Referentin des Bundesvorstands. Seit Jahrzehnten treffen sie sich Pfingsten an der Donau, um Brauchtum und Tradition zu feiern. Seit 1998 ist Ulm auch „Patenstadt“ der Landsmannschaft.

Das Motto, unter das die Landsmannschaft ihr 31. Treffen stellt, heißt „300 Jahre Banater Schwaben – Wir schreiben unsere Geschichte fort“. Erinnert  wird an den 300. Jahrestag der Befreiung der Stadt Temeschwar in Rumäniens durch die Habsburger Heere – und damit den Beginn der Besiedlung durch Banater Schwaben damals. „Temeschwar wurde belagert von Osmanen. Die Befreiung hat ermöglicht, dass sich Siedler dort niederlassen konnten. Das ist unsere Geburtsstunde“, erklärt Dolvig.

Von Ulm aus machten sich nach dem Ende der Türkenkriege die ersten Siedler auf. Sie wollten ein besseres Leben, fanden jedoch Anfang des 18. Jahrhunderts ein kriegsverwüstetes und unwirtliches Land vor. Das heute vor allem zu Rumänien gehörende Banat liegt im Dreiländereck zwischen Rumänien, Serbien und Ungarn. Nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben die neuen kommunistischen Herrscher einen Teil der Banater Schwaben aus ihrer Heimat. Rund 200 000 leben in Baden-Württemberg und Bayern.

Zum Heimattag führen  heute schon Gruppen aus Crailsheim, Frankental und dem Banat Volkstänze auf. Anschließend empfängt der neue Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) die Trachtenträger im Rathaus und zieht mit seinen rund 100 Gästen zum Auswanderer-Denkmal an der Donau. Dort ist eine Kranzniederlegung geplant. Unter den Gästen ist auch  der Bundesvorsitzende der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber.

Am Sonntag, dem eigentlichen Heimattag, wird in der Ulmer Donauhalle mit Musik, einer Ausstellung, mit Fahnen- und Trachtenträgern, Kundgebungen, Infoständen und Tanzauftritten gefe iert. Anschließend ist Pfingstmesse mit dem früheren Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.