Rastatt/Riegel Bahn-Sperrung bei Rastatt: Das müssen Sie wissen

Rastatt/Riegel / swp, mit dpa 14.09.2017
Die Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden ist voraussichtlich noch zum 2. Oktober gesperrt. Alle Infos zum Ersatzverkehr und den Umleitungen finden Sie hier.

Die viel befahrene Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden ist seit dem 12. August gesperrt. Am 2. Oktober soll die Rheintalstrecke nun wieder befahrbar sein - fünf Tage früher als geplant. Ursprünglich sollte der Bahnverkehr am 7. Oktober wieder aufgenommen werden.

Der Grund für die Sperrung: Auf einem Teil der Strecke sind die Gleise abgesackt, der Bahnverkehr ist dort unmöglich geworden. Hintergrund der Behinderung sind Probleme beim Bau eines Tunnels. Die Bahn betonierte inzwischen den beschädigten Abschnitt oberhalb des Tunnels in Rastatt .

Nach Bahnangaben müssen Reisende in den kommenden Wochen auf der Rheintalbahn-Strecke mit Verzögerungen von mindestens einer Stunde rechnen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Streckensperrung haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Wie lange dauert die Sperrung noch?
Die Strecke soll zum 2. Oktober wieder befahrbar sein. Zuvor hatte die Bahn den 7. Oktober zur Wiederaufnahme des Verkehrs kommuniziert.

Kurz nach Beginn der Sperrung war die Bahn von einer Sperrung von lediglich bis zum 26. August ausgegangen. Doch dann hat es neue Erdbewegungen gegeben. Nun wurde der Tunnel unter den abgesackten Gleisen mit Beton ausgefüllt. In der Zwischenzeit gilt ein Ersatzfahrplan.

Wer ist von der Sperrung zwischen Rastatt und Baden-Baden betroffen?
Von der Sperrung sind laut Bahn Reisende betroffen, die zwischen der Schweiz und Städten des Oberrheins und West- und Norddeutschland fahren. Die Bahn hat lokal und überregional Ersatzverkehr eingerichtet. Auch der Güterverkehr ist betroffen.

Wie genau ist der lokale Ersatzverkehr organisiert?
Die Bahn hat zwischen Rastatt und Baden-Baden einen Busnotverkehr eingerichtet. Die Busse fahren alle 5 bis 10 Minuten. Reisende müssen jedoch damit rechnen, dass sich ihre Fahrzeit um mindestens eine Stunde verlängert. Der Busverkehr wird nach Angaben der Bahn auch nach dem Ende der Sommerferien fortgesetzt.

Wie sind Ersatzverkehr und Umleitungen im Fernverkehr geregelt?
Die Fernverkehrszüge zwischen Hamburg, Berlin, Interlaken und Basel enden wegen der Streckensperrung in Rastatt oder Karlsruhe und in Baden-Baden. Reisende müssen dann auf Nahverkehrszüge oder Busse umsteigen. Betroffen sind etwa die ICE-Linien 12 und 20. Weitere aktuelle Informationen veröffentlicht die Bahn auf ihrer Internetseite. Die Züge zwischen Paris, Stuttgart und München werden über Mannheim umgeleitet, hier verlängert sich die Reisezeit nach Angaben der Deutschen Bahn ebenfalls um bis zu 60 Minuten.

Gilt meine Fahrkarte auch auf der Umleitungsstrecke?
Wenn die Fahrkarte vor dem 22. August gekauft wurde, gilt sie auch im Schienenersatzverkehr und auf den Umleitungsstrecken. Eventuelle Zugbindungen sind laut Bahn aufgehoben.

Bekomme ich mein Geld für die Fahrkarte zurück?
Wenn Reisende ihre Reise nicht mehr antreten wollen, können sie ihre Fahrkarte kostenlos umtauschen oder sich erstatten lassen. Dies gilt jedoch nur für Fahrkarten, die vor dem 22. August gekauft wurden.
Ab dem 22. August aktualisiert die Bahn ihren Fahrplan, für Fahrkarten, die ab diesem Datum gekauft wurden, gelten nach Angaben der Bahn wieder die üblichen Umtauschregelungen.

Für Reisende mit Zeitkarten wie Wochen oder Monattickets der Bahn oder des Karlruher Verkehrsverbundes (KVV) gelten Kulanzregelungen: Für die Dauer der Sperrung erhalten sie laut Bahn eine 50-prozentige Entschädigung. Sobald die Sperrung beendet ist, sollen die Kunden die Erstattung erhalten. Fragen von Kunden dazu sollen an das Abocenter der Bahn gerichtet werden.

Warum genau ist die Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden gesperrt?
Am Vormittag des 12. August haben sich nach Angaben der Bahn im Rahmen von Tunnelarbeiten im neuen Rastatter Tunnel südlich von Rastatt die Gleise abgesenkt. Die Ursache waren Probleme beim Bau eines Tunnels. Dieser wurde inzwischen mit Beton verfüllt, um ein weiteres Absacken der Schienen zu vermeiden.
Nun sollen nach Angaben der Bahn die Gleise, der Schotter sowie der Gleisunterbau abgebaut werden und eine Betonplatte verlegt werden, die die Last verteilt und den beschädigten Tunnelbau stabilisiert. Auf der Betonplatte werden dann die Gleise verlegt.

Wie reagieren die Bahnkunden auf die Sperrung?
Einige Menschen äußern sich in den sozialen Netzwerken genervt oder verzweifelt wegen der Streckensperrung und der unübersichtlichen Situation an den Bahnhöfen. Aber es gibt auch positive Bemerkungen zum Ersatzverkehr:

Was sagen Experten zu der Sperrung?
Der Fahrgastverband Pro Bahn hat das Krisenmanagement des Bahn-Konzerns nach der Sperrung kritisiert: Hier lesen Sie mehr dazu. Auch fordert das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) - die Lobbyorganisation aller nicht staatlichen Bahn in Deutschland - eine Sondersitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses. Insbesondere kritisiert die Organisation den wirtschaftlichen Schaden durch die Tunnelbaupanne: „Während die Zeit verrinnt und jeden Tag größere betriebs- und volkswirtschaftliche Schäden aufgetürmt werden, tappen die Betroffenen im Dunkeln“, teilte NEE-Vorstandschef Ludolf Kerkeling am Freitag mit. Betroffen ist auch der Güterverkehr: Auf der gesperrten Strecke rechnet die Deutsche Bahn normalerweise mit bis zu 170 Güterzügen pro Tag. Laut NEE-Angaben können momentan nur zehn Prozent der Züge noch fahren, weil sie umgeleitet werden. Der Rest des Verkehrs wandert auf die Straße ab.

Wo gibt’s laufend die neuesten Informationen zur Streckensperrung?
Aktuelle Informationen zum Ersatzfahrplan und einzelnen Verbindungen gibt es auf der Webseite der Bahn und in der App der Bahn.
Auch unter der Telefonnummer 0180-6996633 können Reisende aktuelle Fahrplaninfos erhalten.

Und falls Sie gerade warten müssen, hier unser Quiz rund um die Deutsche Bahn:

Lädt ...