"Ich hoffe auf eine einvernehmliche Lösung und darauf, dass wir einen Kompromiss erzielen", sagte er mit Blick auf anstehende Gespräche.

Das Land zahlt Nahverkehrsleistungen derzeit nur unter Vorbehalt und begründet dies mit einer Überzahlung von mehreren hundert Millionen Euro. Dieser Vorwurf sei nicht gerechtfertigt, sagte Moschinski-Wald. Die Zahlungen seien rechtmäßig; dies habe ein neutraler Schlichter bestätigt.

Aus Sicht des Landes wird der Vorwurf von Gutachten erhärtet, die von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Auftrag gegeben wurden. Die Gutachten stünden auf tönernen Füßen, sagt dagegen der Bahn-Manager. Denn die Fachleute hätten keinen Zugang zu Daten der Bahn gehabt. Ihre Erkenntnisse basierten auf Annahmen und einer Mixtur aus öffentlichen Quellen und Unterstellungen. Und ein drittes Gutachten zur Durchsetzbarkeit der Forderungen des Landes sei nicht veröffentlicht worden.

Nach den Untersuchungen bezahlt das Land in der Gesamtlaufzeit des großen Verkehrsvertrags über 40 Millionen jährliche Zugkilometer der Bahn 700 Millionen bis 1,25 Milliarden Euro zu viel. Der ökologische Verkehrsverband VCD vermutet einen Zusammenhang zwischen den Preisen, die von der damaligen CDU-geführten Vorgängerregierung ausgehandelt wurden, und dem Plazet der Bahn für das Bahnprojekt Stuttgart 21. Dies wird von der Bahn zurückgewiesen. Es habe keinen Einfluss der damaligen Landesregierung auf die Bahn gegeben - weder direkt noch indirekt.

Zuletzt hatte auch Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) auf ein gütliche Einigung zwischen Bahn und Land gepocht. Eine Klage auf Rückzahlung werde erstmal nicht näher erwogen.