Das Gespräch zwischen dem Regierungspräsidium (RP) Freiburg und Vertretern der Bahn am Montag zum weiteren Ausbau der Rheintalbahn stand von vornherein unter hoher Spannung. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hatte vor zwei Wochen vor Medienvertretern kritisiert, der Ausbau von zwei auf vier Gleise in den Abschnitten bei Freiburg und im Markgräflerland verlaufe zu langsam. Die Bahn reagierte auf die Vorwürfe verärgert und wies sie zurück. Sie kritisierte ihrerseits, dass das Thema öffentlich gemacht worden ist, und zwar nur kurze Zeit vor dem schon seit längerem anberaumten Gespräch, in dem genau diese Punkte geklärt werden sollten.

Trotz der angespannten Lage am Tisch wurde am Montag vereinbart, dass die Bahn zumindest die Vorplanungen für den ersten Teil der Güterumfahrung Freiburg bis Ostern vorlegt. Die Pläne für den darauf folgenden Abschnitt bis zum Mengener Tunnel sollen bis zur Sommerpause auf dem Tisch liegen. "Wir blicken nach vorne." Zumindest darin waren sich Regierungspräsidentin Schäfer, ihr Abteilungspräsident Werner Hoffmann, der Konzernbevollmächtigte der Bahn, Eckart Fricke, und Bahn-Chefplaner Matthias Hudaff einig.

Nach Meinung der Regierungspräsidentin ist seit der Entscheidung des Projektbeirats im März 2012 von Seiten der Bahn nichts passiert. Damals hatte das Gremium, in dem Bund, Land, Bürgerinitiativen und Behörden sitzen, beschlossen, entgegen den Plänen der Bahn den Lärmschutz um Freiburg herum zu verstärken. Auch stimmte es dafür, die Trasse durchs Markgräflerland aus Lärmschutzgründen in einen Trog zu verlegen. Mit diese Planänderungen begründet die Bahn nun die Verzögerungen. Konzernbevollmächtigter Fricke sagte, um die Lärmschutzwände für die Güterumfahrung Freiburg zu erhöhen, müssten Galerien gebaut werden. Diese seien bei der Bahn bundesweit einmalig. Deshalb müssten zwei Drittel der Planungen überarbeitet werden - und das koste eben Zeit.

"Das ist für mich nicht nachvollziehbar", sagt Werner Hoffmann von der RP-Abteilung, die mit dem Ausbau der Rheintalbahn befasst ist. Ihm ist nicht klar, warum für die Erhöhung der Lärmschutzwände zwei Drittel der Pläne überarbeitet werden müssen. Doch auch er wie Regierungspräsidentin Schäfer wollen den Streit beiseite legen und dafür sorgen, dass die Arbeiten vorangehen. Ihnen liegt daran, sowohl die 60 bis 70 Träger öffentlicher Belange wie den Naturschutz und die Bevölkerung so bald wie möglich in die Planungen einzubeziehen."Dafür brauchen wir Pläne und nicht nur Treffen", sagte Schäfer.

Das Ziel sei noch nicht erreicht, "aber wir sind einen Schritt vorangekommen", sagt Werner Hoffmann. Es gehe auch darum, die 84 Millionen Euro, die zusätzlich für den Lärmschutz genehmigt worden sind, bei Bund und Land abzurufen. Die Gespräche mit dem Regierungspräsidium sollen intensiviert werden, kündigt ein Sprecher der Bahn an. Künftig sollen regelmäßig Treffen und Austausch stattfinden.