Ulm Bahn bestätigt: Ausbau der Südbahn teurer

AW 07.11.2012
226 Millionen Euro statt 180 Millionen zur Modernisierung der Südbahn: Die bereits vermeldete Kostensteigerung beim Streckenausbau ist offiziell.

Die Modernisierung der Bahnstrecke von Ulm über Ravensburg an den Bodensee kommt erst später und wird viel teuer. Das hat die Bahn AG gestern bestätigt. Während die Planer vor einem Jahr noch auf 180 Millionen Euro gekommen sind, liegen sie heute, nach "detaillierten weiteren Untersuchungen" bei 226 Millionen. Nicht nur die "allgemeine Kostenentwicklung" sei schuld am Plus von 46 Millionen Euro, teilte die Bahn mit. Nach Überarbeiten der Bodengutachten seien "in großem Umfang" zusätzliche Maßnahmen zum Stabilisieren des Streckenuntergrund nötig. Zudem müssten Brücken und Stützbauwerke angepasst werden.

Immerhin: Die aktualisierte Kostenberechnung sei eine "solide Basis" zum Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung mit dem Land, teilte Lars Grübnau mit, Leiter Produktion des Regionalbereichs Südwest der DB Netz AG. Um die schon lange geforderte Modernisierung der Südbahn aufs Gleis zu bringen, hat die Landesregierung die Übernahme der Hälfte der Kosten zugesagt. Die Kommunen an der Strecke fordern die Modernisierung seit Jahren. 2006 haben sie Vorplanungen für mehr als eine Million Euro finanziert. Für Planung und Ausbau waren zunächst Kosten in Höhe von 140 Millionen veranschlagt worden, dann 180 Millionen Euro. Erst im Sommer hatte das Bundesverkehrsministerium Mittel zugesichert. Die Südbahn von Ulm nach Friedrichshafen und weiter nach Lindau ist eine der letzten Hauptstrecken, auf der noch keine E-Loks fahren.

Die Planfeststellungsunterlagen für alle fünf Abschnitte seien beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, teilte die Bahn weiter mit. "Derzeit aktualisieren wir den Zeitplan", so Grübnau, "nach heutigem Stand müssen wir davon ausgehen, dass eine Inbetriebnahme voraussichtlich nicht vor Ende 2018 erfolgen kann." Nach der Elektrifizierung soll sich die Fahrzeit zwischen Ulm und Lindau-Aeschach um 60 Minuten verkürzen. Heute brauchen die Dieseltriebwagen zwei Stunden und zwei Minuten. Mit Strom sollen bis zu Tempo 160 auf der modernisierten Strecke möglich werden.