Stuttgart Baden-Württemberg steuert auf grün-schwarzes Bündnis zu

Thomas Strobl während der Sondierungsgespräche. Foto: Marijan Murat
Thomas Strobl während der Sondierungsgespräche. Foto: Marijan Murat
dpa 22.03.2016

Taktiererei haben", sagte Seibel. Neuwahlen, die sich aus der Unfähigkeit der demokratischen Parteien ergäben, ein Bündnis zu bilden, seien Wasser auf die Mühlen der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD). Diese könne es ausschlachten, wenn sich die etablierten Parteien trotz gravierender Probleme nicht einigen. "Das wiederum könnte das ohnehin schon gute Ergebnis der AfD dramatisch verbessern." Die AfD hatte bei der Wahl am 13. März aus dem Stand 15,1 Prozent der Stimmen erhalten.

Das mögliche Bündnis mit den Grünen ist Thema der Sitzungen von CDU-Fraktion, -Präsidium und -Landesvorstand am Dienstag.

Seibel sieht keine unüberwindlichen Hürden für Grün-Schwarz. "Nach schwerem Konfliktpotenzial muss man suchen, zumal die umstrittene Gemeinschaftsschule eher ein sozialdemokratisches Projekt ist." Allerdings verstehe er die Befürchtungen der CDU, neben dem populären Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) unterzugehen. Der Verweis auf die SPD, die ihr Ergebnis bei der Wahl halbiert hatte, sei nicht von der Hand zu weisen. "Zumal CDU-Frontmann Wolf auch nicht mehr Charisma besitzt als Vize-Regierungschef Nils Schmid."