Kommentar Zum Ausbau des Ethik-Unterrichts Ausbau des Ethik-Unterrichts: Überfälliger Schritt

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Stuttgart / Axel Habermehl 11.05.2018

Auch Unterstufen-Schüler können künftig Ethik belegen, wenn sie nicht am Religionsunterricht teilnehmen wollen. Das ist überfällig. Ein gutes Viertel der baden-württembergischen Realschüler und mehr als 40 Prozent der Hauptschüler nehmen derzeit nicht mehr am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teil. Diese Kinder hatten bislang Freistunden, wenn es an ihrer Schule kein Ethik-Angebot gab. Das ist mehr als unbefriedigend.

Nicht nur, weil Lehrer sich schon lange darüber beschweren, dass diese Schüler dann oft auf dem Schulhof herumlungern, sondern auch, weil es kein anderes Pflichtfach gibt, in dem Fragen über Philosophie, Werte und Transzendenz auf der Tagesordnung stehen. Diese Fragen aber stellen sich Schüler und es ist wichtig, dass sie alle darüber miteinander und mit fachkundigen Lehrern diskutieren können. Nicht nur die getauften.

Umso erfreulicher ist es, dass auch der Ethik-Ausbau auf die Grundschule in die Gänge kommt. Denn auch dort ist die Schülerschaft inzwischen so vielfältig wie die Gesamtgesellschaft, auch dort wollen nicht alle Kinder in den konfessionsgebundenen Religionsunterricht. Die Ausweitung insgesamt aber entbindet das Land nicht von dem Ziel, auch islamischen Religionsunterricht – gehalten von in Deutschland ausgebildeten Pädagogen und nicht von aus dem Ausland entsandten Lehrern – flächendeckend anzubieten. Dieses Vorhaben  dümpelt als Modellprojekt schon zu lange vor sich hin.

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