Landesregierung Aus für Aufwertung aller Amtschefs

Stuttgart / Roland Muschel 15.05.2018

In ihrer freitäglichen Sitzung bereiten die Amtschefs der Ministerien die nächste Kabinettssitzung vor. Zuletzt haben sich die obersten Beamten der Ressorts aber auch intensiv mit einem Vorstoß aus den eigenen Reihen und in eigener Sache beraten: Wäre es für die Außenwahrnehmung nicht besser, wenn sie alle mit dem Titel des verbeamteten Staatssekretärs bedacht würden? Schließlich, so Befürworter, würden sie ihre Minister bei Terminen im Land vertreten, wo ein Staatssekretär-Titel mehr hermache als die Amtschefs zugedachte Bezeichnung Ministerialdirigent (MD). Und bei Runden mit Kollegen aus anderen Bundesländern treffe man oft bereits auf Leute, die sich als Staatssekretäre ausweisen können.

    Einig war sich die Runde aber nicht. Die einen warnten vor der öffentlichen Reaktion auf die „Titel-Huberei“, andere sahen die Arithmetik der Regierung gefährdet, die bereits zahlreiche politische Staatssekretäre aufweist und zwei absichtlich hervorgehobene Amtschefs: den von Vize-Regierungschef Thomas Strobl, Julian Würtenberger, der als einziger den Titel des beamteten Staatssekretärs trägt – und den von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Klaus-Peter Murawski, der sogar als Staatsminister firmiert.

Die Regierungszentrale hat die Gedankenspiele, alle Amtschefs zu Staatssekretären aufzuwerten, nun beerdigt. Das sei ein Thema, „das immer mal wieder auftaucht“, bestätigte ein Regierungssprecher auf Anfrage die internen Debatten, um sie sogleich zu beenden: „Derzeit gibt es keine Überlegungen, dies zu ändern. Schließlich zeichnen sich unsere Amtschefs nicht durch ihre Titel, sondern durch die Qualität ihrer Arbeit aus.“

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