. Während der Schlichtung zum Bahnprojekt Stuttgart 21 präsentierten sich Volker Kefer, Vorstand Infrastruktur und Technik der Deutschen Bahn, und Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) als entschiedene Gegner. Gestern, während eines offiziellen Baustarts am Ortsende von Dornstadt bei Ulm, griffen die beiden erstmals gemeinsam zum Spaten. Das Vorhaben, um das es ihnen geht: der Bau der 60 Kilometer langen Bahn-Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm.

Der Bau der neuen Gleise, über die Fernverkehrszüge von Ende 2020 an die Distanz Stuttgart-Ulm in 28 Minuten (heute 54 Minuten) überbrücken sollen, ist auf der Albhochfläche an den Ausbau der Autobahn 8 auf sechs Fahrspuren gekoppelt. Dieser Ausbau startete in einem knapp acht Kilometer langen Abschnitt vor wenigen Wochen.

Kefer bewertet den Trassenbau - die Hälfte der Strecke wird durch Tunnel geführt - als "Grundstein für eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur im Südwesten". Sobald die Trasse steht, werde die bisherige gut 150 Jahre alte Bahnlinie durchs Filstal spürbar entlastet.

Verkehrsminister Hermann erinnerte daran, dass während der Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 der Bau dieser neuen Bahnstrecke kaum in der Kritik stand. Er forderte Kefer auf, den Ulmer Hauptbahnhof, wie ursprünglich geplant, mit einem fünften Bahnsteig auszustatten. Nur so lasse sich der Schienennahverkehr in dieser Region dauerhaft ausbauen.

Hermann bedankte sich bei der Bahn, dass sie ihren Schwerpunkt in den kommenden Jahren in Baden-Württemberg setze. Fast 15 Jahre lang sei hier nichts geschehen. Jetzt stehe aber auch der Ausbau der Rheintal-Schiene bevor.

Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, ging es während der Feier vorrangig um den Ausbau der A 8. Sie sei eine der meist befahrenen Autobahnen Deutschland. Bis 2018 soll ein 22 Kilometer langer Streckenabschnitt sechsspurig ausgestattet sein.