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Im Streit um die mögliche Öffnung regionaler Kassen für Versicherte aus ganz Deutschland hat die AOK Baden-Württemberg einen eigenen Vorschlag unterbreitet. AOK-Chef Christopher Hermann sprach sich am Freitag in Stuttgart für regionale Beitragssätze von allen Kassen aus. „Damit könnte jeder Versicherte bei der Kassenwahl Leistung und Preis exakt vergleichen.“ Die AOK ist mit 4,4 Millionen Versicherten Marktführer im Südwesten.

Hermann unterstützte gleichfalls die ablehnende Haltung von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) zu den Plänen von Spahn. Lucha hatte am Mittwoch erklärt: „Warum eine gesetzlich verordnete Gleichmacherei zu einer insgesamt besseren Versorgungsqualität für Patienten oder höheren Wirtschaftlichkeit führen sollte, ist rational nicht nachvollziehbar.“ Die Versorgung müsse sich auch weiterhin am Patienten und den regionalen Gegebenheiten vor Ort orientierten. Spahn will regionale Begrenzungen streichen, die unter anderem noch für die elf selbstständigen Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) bestehen. Dies soll den Wettbewerb erweitern.

Die Techniker Krankenkasse unterstützte hingegen Spahn. Die Kasse zeige in ihrer täglichen Arbeit, dass regionale Versorgung auch von bundesweit geöffneten Kassen überall in Baden-Württemberg gewährleistet werden könne, sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Das habe auch nichts mit den Beitragssätzen zu tun: Leistung und Preis einer Krankenkasse vergleichen - das könne schon heute jeder jederzeit. „Wir scheuen diesen Vergleich nicht.“

Hermann erklärte weiter, der Schritt hin zu einer „regionalen Preisgestaltung bei allen Krankenkassen“ sei eine zielführende Option. „So kommen Versorgungsqualität, Leistungsfähigkeit und Preis dort zusammen, wo sie für Versicherte und Patienten hoch relevant sind: in der Region.“

Sozialministerium

Mitteilung AOK Baden-Württemberg