Roßhaupten Antiquar verkauft Korrespondenz von Walter Scheel

Roßhaupten / LSW 10.09.2015
Ein Antiquar aus Bayern verkauft persönliche Briefe von Altbundespräsident Walter Scheel (96/FDP). "Das kommt immer wieder vor" und sei üblich.

"Ich weiß nicht, was das für ein Vergehen sein soll", sagte der Autographenhändler Thomas Kotte aus Roßhaupten im Ostallgäu gestern. Scheels Adoptivtochter Cornelia sagte der "Bild"-Zeitung, sie wisse nicht, wie die Korrespondenz bei dem Händler gelandet sei. Sie hoffe, "dass sich die Strafverfolgungsbehörden der Sache annehmen".

Antiquar Kotte sagte, vor einem halben, vielleicht einem Jahr habe er die Bilder und Briefe Scheels erworben. Er habe die Korrespondenz, meist Manuskripte zum Tod von Altkanzler Willy Brandt (SPD), regulär im Handel gekauft und auch eine Rechnung dafür.

Scheels Referent Christoph Höppel sagte der "Bild": "Von einem Einbruch im Hause Scheel oder einem Verkauf der Briefe und Gegenstände durch die Familie Scheel ist uns nichts bekannt." Kotte sagte: "Ich gehe davon aus, dass Scheel die Sachen irgendjemandem geschenkt oder verkauft hat." Die Staatsanwaltschaft habe sich bisher nicht bei ihm gemeldet. Er biete die Korrespondenz für 28 500 Euro an.

Scheel war von 1974 bis 1979 Bundespräsident. Nach Angaben des Amtsgericht Staufen ist er dement. Laut "Bild" kann er nicht befragt werden, er lebt in einem Pflegeheim bei Freiburg.

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