Razzia Anschlag auf Moschee in Lauffen geklärt

Der Brandanschlag auf eine Moschee in Lauffen scheint geklärt.
Der Brandanschlag auf eine Moschee in Lauffen scheint geklärt. © Foto: Hans Georg Frank
Lauffen am Neckar / Hans Georg Frank 07.06.2018
Kurden sollen das Feuer in Lauffener Moschee Anfang März gelegt haben. Ein 23-jähriger Verdächtiger wurde verhaftet.

Der Brandanschlag auf eine Moschee in Lauffen am Neckar scheint geklärt zu sein. 200 Polizisten haben am Donnerstag zehn Objekte in den Kreisen Heilbronn und Neckar-Odenwald durchsucht. Dabei sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Ein 23-jähriger Türke sei verhaftet worden, fünf weitere Personen aus der Türkei und Syrien seien vorläufig festgenommen worden. Den Männern im Alter von 19 bis 30 Jahren werden versuchter Mord und versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich nach Informationen der SÜDWEST PRESSE um Kurden. Die Tat habe keinen fremdenfeindlichen Hintergrund, hieß es aus Ermittlerkreisen. Zum Motiv gab es zwar keine Angaben, aber es wird allem Anschein nach davon ausgegangen, dass der Anschlag eine Reaktion auf türkische Aktionen gegen Kurden gewesen sein könnte. Die islamische Gemeinde in Lauffen hatte sofort vermutet, dass Kurden hinter der Gewalttat stecken.

Am 9. März war in einem bewohnten Komplex Feuer gelegt worden. Durch die Scheiben waren drei Molotowcocktails geworden worden. Der Imam, der neben dem Gebetsraum übernachtete, hatte die Flammen noch so rechtzeitig bemerkt, dass er selber löschen konnte. Die Täter hatten sich nicht durch die unmittelbare Nähe des Lauffener Polizeireviers abschrecken lassen.

Das Landeskriminalamt hatte die Ermittlungen übernommen, beteiligt waren auch das Polizeipräsidium Heilbronn und die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Stuttgart. Der Großeinsatz sei das Ergebnis der „mit Hochdruck geführten intensiven Ermittlungen“ gewesen, hieß es.

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