Fastnachtunfall Anklage nach Verletzung im Hexenkessel

In dem Kessel hat sich eine Frau verbrüht.
In dem Kessel hat sich eine Frau verbrüht. © Foto: Stephen Wolf/dpa
Eppingen / hgf 31.07.2018

Die Ermittlungen haben fast ein halbes Jahr gedauert, die Polizei erhielt die erhoffte Unterstützung nicht. Aber jetzt hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn wegen eines spektakulären Unfalls bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben. Ein 32-jähriger Mann soll Schuld haben an schweren Verletzungen einer jungen Frau.

Die 18-Jährige hatte mit Freunden am 3. Februar einen nächtlichen Hexenumzug angeschaut. Dabei war sie offenbar willkürlich gepackt und über einen rollenden Kessel mit kochendem Wasser gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 32 Jahre alten Mitglied der Gruppe „Bohbrigga Hexenbroda“ vor, ihm sei das Opfer „entglitten und mit den Beinen in das heiße Wasser geraten“. Die Verbrühungen waren so schwer, dass die Verletzte mehrere Wochen lang in einer Klinik behandelt werden musste.

Der Angeklagte wird wohl als einziger zur Rechenschaft gezogen. Das Verfahren gegen 18 weitere Mitglieder, die teilweise mas­kiert waren, habe eingestellt werden müssen, weil eine eindeutige Identifizierung nicht möglich gewesen sei, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Wann es zu einem Prozess vor dem Amtsgericht Heilbronn kommen wird, steht noch nicht fest.

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