"Ich habe überhaupt nichts gemacht gegenüber der Klägerin und kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen", sagte der 41-Jährige am Donnerstag zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Heilbronn. Zu den Übergriffen soll es 2005 in der Nähe von Marktoberdorf im Allgäu gekommen sein. Laut Anklage hat der Mann zweimal versucht, die damals 15-Jährige an intimen Stellen zu berühren.

Die junge Frau sagte vor Gericht, der Mann habe sich an einem Nachmittag hinter sie gelegt, als sie mit Freunden unter einer Decke auf einer Wiese gelegen habe. Dann habe er sie am Po berührt und versucht, sie im Intimbereich anzufassen. Sie habe den Jugendleiter verbal zurechtgewiesen, woraufhin er die Decke verlassen habe. In der darauffolgenden Nacht sei sie mit einer Freundin in den Schlafsaal der Jungen geschlichen, sagte das mutmaßliche Opfer. Dort habe auch der Angeklagte gelegen.

"Er hat gleich neben sich Platz gemacht und gesagt, ich soll mich zu ihm legen." Das mutmaßliche Opfer sagte unter Tränen: "Er war für mich eine Vaterfigur." Die Frau ist nach Gerichtsangaben suizidgefährdet und depressiv. 2013 habe sie sich zu einer Anklage entschlossen, "um die ganze Sache endlich zu vergessen".