Nachruf Andreas Böhme stirbt mit nur 66 Jahren

Andreas Böhme erlag einem Herzinfarkt.
Andreas Böhme erlag einem Herzinfarkt. © Foto: Stefan Hupka
Stuttgart/Donaueschingen / Thomas Hauser 14.01.2019

Es hätte ein schönes Wochenende werden sollen. Zwei Jahre nach seinem Abschied aus der Redaktion wollte Andreas Böhme mit seiner Frau das Geschenk der Kollegen einlösen. Doch in der Nacht zum vergangenen Freitag streikte sein Herz. Andreas Böhme wurde nicht einmal 66 Jahre alt. 18 Jahre war er landespolitischer Korrespondent in Stuttgart. Als Redakteur der Badischen Zeitung arbeitete er im gemeinsamen Büro von Südwest Presse, Badischer Zeitung und Rhein-Neckar-Zeitung.

Stuttgart war Böhmes Stadt, dort ist der Wahlschwabe mit ostdeutschem Migrationshintergrund groß geworden. Dass er seinen Lebensmittelpunkt nicht hier, sondern in Donaueschingen hatte, war den Launen eines Journalistenlebens und der Liebe geschuldet. Nach dem Studium der Germanistik in Göttingen und Freiburg lernte er an der Henri-Nannen-Schule das journalistische Handwerk. Wolf Schneider, legendärer Gründer dieser Schule, schrieb über Böhmes Jahrgang: „Bei der Prüfung hatte ich sie eingestimmt: Das Motto der Schule ist ein fröhliches Ja zum Leistungsdruck.“

Böhme war zunächst Redakteur, von 1987 bis 1995 dann Redaktionsleiter der Badischen Zeitung in Donaueschingen.  1997 fand er als Korrespondent in Stuttgart seinen Traumjob. Seine Familie blieb in Donaueschingen und er pendelte. Bestens informiert und entschieden meinungsstark, erwarb er rasch den Respekt der Kollegen und Ansehen bei Abgeordneten und Landesregierungen. Dabei half ihm wohl eine andere Lehre Wolf Schneiders: „Ihr sollt alles können, was man von Euch erwartet, und Euch über nichts wundern, worauf ihr stoßt.“ Gewundert hat er sich zwar manchmal über Ideen in der Landespolitik oder aus den Zentralredaktionen. Aber zur Not half da der Rückzug in die Einsamkeit der finnischen Wälder. Und auch eine gesunde Mischung aus Selbstbewusstsein sowie gelassener Beharrlichkeit. Gerade ihm hätte man ein längeres Leben prognostiziert. Welch ein Irrtum.

Andreas Böhme hinterlässt seine Frau, drei Kinder und viele fassungslose Kolleginnen und Kollegen.

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