Stuttgart Aleviten befürchten Isolierung von Frauen bei Burka-Verbot

Eine Frau in einer Burka geht über den Odeonsplatz in München. Foto: Frank Leonhardt
Eine Frau in einer Burka geht über den Odeonsplatz in München. Foto: Frank Leonhardt
dpa 19.08.2016

Minderheit leben können", sagte die Vize-Landeschefin Ruhan Karakul der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Dessen ungeachtet sei die Vollverschleierung ein Zeichen für die Unterdrückung der Frau und habe nichts mit Religionsausübung zu tun. Im öffentlichen Dienst müsse der Staat sich neutral zeigen, betonte die Juristin. Lehrerinnen und Richterinnen dürften deshalb weder Kopftuch noch Ganzkörperschleier tragen.

Die Aleviten sind eine eigenständige Religionsgemeinschaft, die keine Kleidervorschriften kennt. Im Südwesten leben rund 60 000 Aleviten in 47 Gemeinden.

Sie habe das Gefühl, dass Populisten das Thema missbrauchen, um besorgten Bürgern und Wählern Handlungsfähigkeit zu suggerieren. Vollverschleierung und islamistische Anschläge hätten aber unmittelbar nichts miteinander zu tun. Die Juristin sieht auch Durchsetzungsprobleme bei einem weit gefassten Burka-Verbot.