So sei nicht klar, warum das Amt den Jungen aus Lenzkirch im Schwarzwald wegen des Krankenhausaufenthaltes der Mutter nicht von seinem bereits als gewalttätig verdächtigten Stiefvater getrennt habe, sagte Altpeter gestern in Stuttgart. Sie habe sich in dieser Frage auch an die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer gewandt, die volle Akteneinsicht vom Jugendamt des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald fordere. Danach werde sie ihre Erkenntnisse mit dem Ministerium rückkoppeln, sagte Altpeter. Die Ministerin erwartet auch noch einen Bericht des so genannten Dorfhelferinnenwerkes. Die Organisation müsse klären, warum eine Cousine des Stiefvaters als Betreuerin der Familie eingesetzt wurde.

Alessio war Mitte Januar zu Tode geprügelt worden. In Untersuchungshaft sitzt der 32 Jahre alte Stiefvater. Gegen ihn gab es schon seit Sommer 2013 den Verdacht der Kindesmisshandlung.

Nach dem Tod des Jungen steht vor allem das Jugendamt unter Druck. Es hatte Alessio nach zwei stationären Klinikaufenthalten zurück in die Familie gebracht, obwohl Mediziner und die Staatsanwaltschaft eindrücklich davor gewarnt hatten.