Verkehr Albaufstieg: A-8-Ausbau könnte bereits Ende 2018 beginnen

"Der Albaufstieg ist gesetzt", sagt Staatssekretär Norbert Barthle (CDU).
"Der Albaufstieg ist gesetzt", sagt Staatssekretär Norbert Barthle (CDU). © Foto: Carlucci
MATTHIAS STELZER 03.02.2016
Die Finanzierung ist offen. Dennoch spricht Verkehrs-Staatssekretär Norbert Barthle (CDU) für den A-8-Albaufstieg von einem Baubeginn bereits Ende 2018. Der Grund: Die hohe Hürde Verkehrswegeplan entfällt.

"Der Albaufstieg ist gesetzt." Mit diesem Satz räumte Norbert Barthle am Dienstag bei einem verkehrspolitischen Gespräch der Industrie- und Handelskammern Stuttgart und Ulm gleich den erstens Herzenwunsch der Wirtschaftvertreter, Kommunalpolitiker und Abgeordneten aus den Landkreisen Göppingen und Alb-Donau ab.

Sie hatten den CDU-Mann aus Schwäbisch Gmünd nach Geislingen eingeladen, um ihm die Erwartungen der beiden Landkreise an den neuen Bundesverkehrswegeplan, der derzeit in Berlin vorbereitet wird, mitzugeben. Straßenbau-Wünsche im Wert von etwa einer Milliarde Euro riefen die etwa 30 Teilnehmer des Gesprächs auf.

Größter Brocken ist dabei der Albaufstieg zwischen Aichelberg und Hohenstadt - das bald letzte Nadelöhr auf der A8-Strecke zwischen Karlsruhe und München. Auf Kosten von 467,8 Millionen Euro wurde das Projekt zuletzt taxiert. "Das dürfte bei Weitem nicht ausreichen", sagte Barthle in Geislingen. Und formulierte dann als "gute Nachricht", dass der Albaufstieg nicht mehr neu bewertet werden müsse. Als "laufendes und fest disponiertes Vorhaben" konkurriere er nicht mehr mit den "2000 anderen Projekten", die für den Verkehrswegeplan angemeldet seien.

Im Moment beschäftige man sich in Berlin mit der Aktualisierung der Planunterlagen, noch in diesem Monat entscheide man zusammen mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium über den richtigen Tunnelquerschnitt.

Der neue, etwa 8,3 Kilometer lange Autobahnabschnitt soll den Albaufstieg mit zwei neuen Tunneln (Tunnel Himmelsschleife und Drackensteiner Tunnel) und zwei Brücken (Filstalbrücke und Gosbachtalbrücke) sechsspurig überwinden. Beplant wurde der Abschnitt zuletzt im Jahr 2005. Dann hatte das Bundesverkehrsministerium das Planfeststellungsverfahren kurz vor dem Abschluss gestoppt - weil die Finanzierung unklar war. Mitte 2014 ordnete der Bund die Fortsetzung der Planung für den Abschnitt zwischen Mühlhausen und Hohenstadt an.

In den kommenden Monaten müssen laut Barthle jetzt unterschiedliche Trassenführungen untersucht werden. Denn die Finanzierung ist immer noch unklar. Barthle: "Wir haben da noch eine offene Frage." Aus seiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten der Finanzierung: über eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) oder "konventionell über das Land". Welche Variante die richtige ist, könne aber erst nach Abschluss der Planfeststellung entschieden werden. "Erst dann haben wir belastbare Daten zur Wirtschaftlichkeit." Für Ende 2017 rechnet Barthle mit diesen Ergebnissen und dem Baurecht, Ende 2018 könnte der Bau beginnen.

Ein Zeitpunkt, dem auch die Teilnehmer des verkehrspolitischen Gesprächs entgegenfiebern müssen. Denn die Runde gab dem Verkehrsstaatssekretär ja noch weitere Wünsche für den "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans mit ins Gepäck. Nämlich den Ausbau der B 10 inklusive Tunnel in Geislingen und den Ortsumgehungen in Amstetten und Lonsee-Urspring (beide Alb-Donau-Kreis). Nochmal etwa 320 Millionen Euro würde das kosten. Zusammen mit dem Albaufstieg wäre das Investitions-Budget Baden-Württembergs beim Bundesverkehrsministerium alleine damit für Jahre ausgebucht.