Der Landesvorstand der AfD hat sich vom Spitzenkandidaten der Partei für den Ulmer Gemeinderat wegen dessen rechtsextremer Vergangenheit distanziert. Es geht um das Ex-NPD-Mitglied Markus Mössle. Der Ulmer AfD-Ortsverband habe „ein früheres Mitglied der NPD, das sich vor über 30 Jahren von dieser Partei abgewendet hat, auf die Gemeinderatsliste gewählt“, teilte der AfD-Landesvorstand am Mittwoch mit. Der Ortsverband habe die Liste abgegeben, obwohl sich der Kreisverband dagegen ausgesprochen habe. Auch der Landesverband habe versucht, das zu verhindern. „Herr Mössle ist kein AfD-Mitglied und wird für den Fall, dass er in den Rat der Stadt Ulm gewählt werden sollte, nicht für die AfD sprechen“, teilte der Vorstand mit. Nun würden Ordnungsmaßnahmen gegen Personen geprüft, die Beschlüsse der Parteigremien nicht umgesetzt haben.

Vorstandsmitglied Thilo Rieger sagte, in Zeiten, in denen die AfD sich gegen Vorwürfe des Rechtsradikalismus wehre, sei es nicht intelligent, Mössle in die Partei aufzunehmen oder als Spitzenkandidat aufzustellen.