Ulm AfD-Spitzenkandidat: Nicht nur Euro im Blick

AfD-Spitzenkandidat Kölmel: "Auferstanden aus Ruinen." Foto: Lars Schwerdtfeger
AfD-Spitzenkandidat Kölmel: "Auferstanden aus Ruinen." Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / WOLFGANG RISCH 07.06.2013
Der Euro ist zentrales Thema der Alternative für Deutschland. Im Wahlprogramm stehe aber auch anderes, sagt Landes-Spitzenkandidat Kölmel.

Die CDU, sagt Bernd Kölmel, sei zum Merkel-Wahlverein verkommen, kritische Stimmen seien nicht mehr erwünscht. Dabei stand für den 54-Jährigen, seit Anfang der 1980er Jahre "CDU-Mitglied aus Überzeugung", außer Zweifel, dass in der Wirtschafts- und Eurokrise einiges schief lief. Die "rote Linie", sagt Kölmel, war überschritten, als "ein Rettungspaket auf das andere folgte". Kölmel - "ich hatte meine politische Heimat verloren" - führt deshalb den Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestagswahlkampf. "Die Alternative", sagt Kölmel, "bietet Klarheit", zum Euro sowieso, aber auch zu Europa. Die anderen Parteien hingegen zeichneten sich durch ein "diffuses Hin und Her" aus.

Seine Partei lehne, sagte Kölmel beim Besuch in der Zentralredaktion der SÜDWEST PRESSE in Ulm, zwar den Euro ab, weil er den deutschen Bürger in die Haftung nehme für Teile des Kontinents, die "zum Hartz-IV-Empfänger Europas" würden. Gegen Europa aber habe die Alternative nichts und er schon gar nicht: "Auferstanden aus Ruinen zu einem Bund der Freundschaft".

Können so eindimensional genügend Stimmen für den Einzug in den Bundestag gewonnen werden? Die Alternative habe, sagt Kölmel, ja nicht nur den Euro im Blick, "ein paar Themen stehen im Wahlprogramm". Im Übrigen sagte der Spitzenkandidat und Mitarbeiter des Landesrechnungshofes seit 20 Jahren - "ich mache dort Dinge, von denen ich überzeugt bin" - entschuldigend, die Partei sei ja noch sehr jung und der Landesverband erst am 14. April gegründet worden.

"Man braucht Zeit und Basisstrukturen." Diese haben in der vorigen Woche Gestalt angenommen in Form von Kreisverbänden, so in Karlsruhe (Stadt und Land), Baden-Baden, Heidelberg, Mannheim, Pforzheim/Enzkreis, Rastatt und Rhein-Neckar. Die Konzentration auf Nordbaden sei eher Zufall, weitere Kreisverbände würden folgen, sagt Kölmel, etwa in Esslingen. Wird die Alternative gar mit Direktkandidaten antreten? "Soweit die Kreisverbände sich das zutrauen."

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