Meinung Kommentar zum AfD-Petzportal: Perfide Listen

Axel Habermehl.
Axel Habermehl. © Foto: Könneke Volkmar
Stuttgart / Axel Habermehl 12.10.2018

Nun prescht also einer vor. Unter „Mein Lehrer hetzt“ und „Mein Prof hetzt“ findet sich auf der Website eines AfD-Hinterbänklers im Landtag eine Eingabemaske zur Denunziation. Hier soll man Lehrende melden, die „gegen die AfD hetzen“ und auch „Beweise“ hochladen, etwa Audio­-Aufzeichnungen.

Die Empörungswelle gegen das Projekt schwillt medienwirksam an. Auf breiter Front zürnen Demokraten, rufen zum Widerstand auf und dazu, die Plattform mit Spaß-Anzeigen lahmzulegen. Das könnte funktionieren, ist aber viel zu viel der Ehre. Von dieser Spitzeldrohung sollte sich niemand verunsichern lassen.

Lehrer müssen nicht neutral sein. Sie dürfen Schüler nicht indoktrinieren, aber natürlich haben Pädagogen das Recht, ja die Pflicht, für liberal-demokratische Werte einzutreten – und damit etwa gegen solche AfD-Methoden. Diese Plattform ist das Werk eines autoritären Charakters. Sie dient der Einschüchterung und dazu, Daten potenzieller Gegner wie Unterstützer zu sammeln. Mit den übermittelten Namen kann man Listen erstellen, etwa für Wahlkampf-­Werbung. Oder für welche Zwecke man solche Listen noch braucht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel