Rechberghausen / DIRK HÜLSER  Uhr
Kunstflieger Dallach hat vor seinem Absturz am Bugrad hantiert. Das zeigt ein Foto dieser Zeitung. Womöglich war das die Ursache für den Absturz.

Noch immer ist die Ursache des Flugzeugabsturzes über Rechberghausen am 18. Januar unklar - nun aber gibt es eine Spur. Kunstflieger Wolfgang Dallach (63) aus Heubach war mit seiner 49-jährigen Lebensgefährtin in ein Wohngebiet gestürzt. Das Paar war sofort tot. Ein Foto dieser Zeitung zeigt, das Dallach wohl vor dem Absturz mit einer Teleskopstange hantiert hat, die normalerweise unter einer Abdeckung im Boden verborgen ist. Sie wird benötigt, um das Bugrad von Hand auszufahren, wenn die Elektrik an Bord ausfällt.

Das deckt sich mit der Aussage, dass Dallach per Handy im Heubacher Tower angerufen und den Ausfall der Elektrik gemeldet hatte. Ohne Strom funktioniert die Bugradmechanik der sechssitzige Piper PA 24-260 Comanche nicht mehr - der Pilot muss von Hand eingreifen. Das Vorgehen beschreibt die Herstellerfirma im Handbuch. Eine ausführliche Checkliste befindet sich auf der herausnehmbaren Bodenplatte.

Karl-Heinz Keune, der frühere Flugleiter am Heubacher Flughafen, kennt das Prozedere: Er hatte Dallach die Maschine 2009 verkauft. Der 81-Jährige habe gehört, dass die Piper wohl schon mit Batterie-Problemen gestartet ist. Er vermutet ein Versagen der Hauptsicherung, wodurch das Bugrad nicht mehr automatisch ausfährt. Das Foto belege, "dass Dallach dabei war, dass Notverfahren auszuführen". Keune folgert: "Er hat mit Sicherheit das Flugzeug die letzten Minuten nicht gesteuert." Womöglich hatte er seiner Partnerin das Steuer überlassen.

Klarheit wird erst der Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung bringen. Diese muss auch klären, warum das Flugzeug überhaupt in so geringer Höhe unterwegs war.