Stuttgart „Süddeutsche“: Stuttgart 21 kann bis zu drei Jahre länger dauern

DPA 08.10.2016

Das umstrittene Bahn-Projekt Stuttgart 21 wird einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge doch nicht so viel teurer – kann aber deutlich länger dauern als geplant. In einem vertraulichen Gutachten für die Bahn, das die Zeitung nach eigenen Angaben einsehen konnte, geht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG von Kosten zwischen 6,3 und 6,7 Milliarden Euro aus. Der Bahn-Aufsichtsrat soll sich kommenden Donnerstag damit befassen. Die Bahn hatte zuletzt betont, dass der Rahmen von 6,5 Milliarden Euro für die Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens eingehalten werde; der Bundesrechnungshof allerdings hält laut seinem jüngsten Prüfbericht Kosten von bis zu neun Milliarden Euro für möglich. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass der Bau wegen diverser Schwierigkeiten mindestens ein Jahr, womöglich sogar drei Jahre länger dauern wird. Offiziell wird noch an dem Termin Ende 2021 festgehalten, an dem die ersten Züge durch die unterirdische Station rollen sollen.

In dem von der Bauherrin Bahn genannten Kostenrahmen von 6,5 Milliarden Euro ist bereits ein Risikopuffer von 290 Millionen Euro für eine Zeitverzögerung von zwei Jahren enthalten. KPMG geht im schlechtesten Fall, etwa bei Schwierigkeiten im Tunnelbau, von einem weiteren Jahr Zeitverzögerung aus, so dass der Tiefbahnhof erst 2024 in Betrieb gehen würde. Die Bahn selbst verwies auf die Sondersitzung des Aufsichtsrates am kommenden Donnerstag. dpa

Südwestumschau

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