Urteil "Protzprinz" von Anhalt wegen Steuerhinterziehung erneut verurteilt

Marcus Prinz von Anhalt (49) ist erneut wegen Steuerhinterziehung mittels seiner Luxusautos zu einer Haftstrafe verurteilt worden.
Marcus Prinz von Anhalt (49) ist erneut wegen Steuerhinterziehung mittels seiner Luxusautos zu einer Haftstrafe verurteilt worden. © Foto: Stefan Puchner/dpa
HUM und DPA 22.09.2016
Auch im zweiten Anlauf wird Marcus Prinz von Anhalt verurteilt. Allerdings fällt die Haftstrafe mit nun drei Jahren etwas geringer aus.
Marcus Prinz von Anhalt (49) ist erneut wegen Steuerhinterziehung mittels seiner Luxusautos zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Augsburg reduzierte die Strafe allerdings am Donnerstag auf drei Jahre Haft. Der selbst ernannte Prinz von Anhalt kündigte Revision an. "Ich habe die Geduld, die Eier und vor allem das Geld", sagte er nach der Urteilsverkündung. Er werde so lange weiter machen, bis er einen Freispruch erhält. Seiner Meinung nach hätte das Augsburger Gericht keine Ahnung von Steuerrecht.

Im Januar 2015 war der Bordellbesitzer in Augsburg zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Da der 49-Jährige bereits mehr als zwei Jahre in Untersuchungshaft saß, muss er nun aber eventuell nicht mehr in Haft. Nach Verbüßen von zwei Dritteln der Strafe wird die Reststrafe oft zur Bewährung ausgesetzt. Nach Verbüßen von
zwei Dritteln der Strafe wird die Reststrafe oftmals zur Bewährung ausgesetzt.

Prinz von Anhalt wurde verurteilt, weil er seine privaten Sportwagen und Edelkarossen wie Rolls Royce von der Steuer abgesetzt hat. Der Bundesgerichtshof hatte an dem ersten Augsburger Urteil moniert, dass
der geschäftliche Anteil der Fahrzeugnutzung vom Gericht nicht ausreichend berücksichtigt gewesen sei. Generell hielten die Karlsruher Richter aber an dem Schuldspruch fest, so dass es in der Neuauflage des Verfahrens keinen Freispruch geben konnte.

Die Verteidiger des Angeklagten halten ihren Mandanten dennoch weiterhin für unschuldig. Sie pochen darauf, dass alle Fahrzeuge Geschäftswagen waren. Sie hoffen nun darauf, dass das Bundesverfassungsgericht den Schuldspruch generell kassiert.

Der Angeklagte wurde als Marcus Eberhardt geboren, den adelig klingenden Namen hat er von Frederic Prinz von Anhalt gekauft. Anfang des Monats hatte er an der Sat.1-Show „Promi Big Brother“ teilgenommen.