Gericht „Kaltblütiger Killer“ - 60-Jähriger muss lebenslang in Haft

Der 60-jährige Angeklagte mordete aus nichtigem Anlass und muss lebenslang in Haft.
Der 60-jährige Angeklagte mordete aus nichtigem Anlass und muss lebenslang in Haft. © Foto: dpa
dpa 08.02.2017
Ein 60-Jähriger erschießt den ehemaligen Geliebten seiner Freundin und geht danach feiern. Es war nicht seine erste Tat. Nun muss er lebenslang ins Gefängnis.

Von der Ausführung des Mordes zeigte sich selbst der Vorsitzende Richter erschüttert. Die Urteilsbegründung zeichnet das Bild eines völlig emotionslosen Profikillers. Im Juni vergangenen Jahres betritt ein 60-Jähriger gemeinsam mit seiner Freundin die Wohnung ihres Ex-Geliebten in Weingarten (Kreis Ravensburg). Die Frau lenkt diesen mit der Bitte um Geld ab – und als der 49-Jährige in seinem Geldbeutel kramt, schießt ihm der 60-Jährige völlig unvermittelt von hinten in den Kopf. „Während das Blut noch vom Opfer runter rinnt, werden seelenruhig ein paar Cents vom Boden aufgelesen“, sagt Richter Jürgen Hutterer. Anschließend hätten die beiden in einem Lokal gefeiert.

Der 60-Jährige muss lebenslang ins Gefängnis, zudem stellten die Richter eine besondere Schwere der Schuld fest – dadurch kann der Mann auch nach 15 Jahren nicht auf Bewährung freigelassen werden. Seine 40 Jahre alte Freundin wurde zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren verurteilt, sie soll in ein psychiatrisches Krankenhaus kommen.

Im Gegensatz zu dem 60-Jährigen sei die Frau nur eingeschränkt schuldfähig, weil sie unter anderem an Schizophrenie leide, begründete Hutterer seine Entscheidung. Er betonte jedoch, dass beide die Schuld trügen. „Auch wenn sie nicht selbst geschossen hat, ist sie als Mittäterin in Rechenschaft zu ziehen“, sagte Hutterer. „Ohne sie wäre das Opfer heute noch am Leben“

Denn als Hintergrund der Tat vermutet das Gericht Streitigkeiten zwischen der Frau und dem Opfer. Beiden hätten zuvor eine intime Beziehung gehabt, in deren Verlauf die Frau den Mann zunehmend als lästig empfunden haben soll. Der Mord sei aus nichtigem Anlass geschehen und zugleich äußert planvoll und professionell abgelaufen, sagte der Richter. „Das war die Tat eines kaltblütigen Killers.“

Laut Gutachten liegt bei dem Verurteilten eine ausgeprägte narzisstische Persönlichkeitsstörung vor, sagte Hutterer weiter. Der Mann wurde bereits in der Vergangenheit wegen zwei Morden verurteilt und saß insgesamt fast 30 Jahre im Gefängnis. Er kam erst vor wenigen Jahren wieder frei.