Das war es also. Nach siebenmonatigem Krisenmodus hat Kultusministerin Eisenmann den Neustart des Digitalprojekts „Ella“ verkündet. Der Schritt war überfällig, doch er ist auch ein Armutszeugnis.

Wer nun Recht hatte und wer Schuld – das Land als Auftraggeber, oder Iteos als Dienstleister – kann derzeit niemand seriös beantworten. Vermutlich beide. Iteos behauptet weiter, die Plattform noch liefern zu können und gibt so das Bild eines trotzigen Kindes ab, das standhaft behauptet, es schaffe die Erwachsenenarbeit schon. Dabei sieht die Familie seit Monaten zu, wie es sich hilflos abmüht. Das Vertrauen von Politik und Öffentlichkeit war verbraucht. Noch ein Aufschub, noch eine Geldspritze, um irgendwelche Subunternehmer anzufixen, hätte niemand verstanden.

Doch auch die Regierung, mit ihren schwammigen, zwischen Ministerien und Behörden aufgesplitteten Zuständigkeiten, gibt ein übles Bild ab. War es digitale Inkompetenz, Überforderung, Desinteresse? Beide Ministerien haben ihre Kontrollpflicht verletzt. Das kostet das Land Millionen. Für „Ellas“ Neustart muss gelten: Solche Projekte erfordern eine ganz andere Steuerung.