Verbrechen 21-Jähriger soll mehrere Frauen vergewaltigt haben

Tübingen / Marike Schneck 07.07.2017
Mittels DNA-Abgleich hat die Kripo einen 21-Jährigen geschnappt, der in Tübingen mehrere Frauen überfallen haben soll.

Wegen des dringenden Verdachts der Vergewaltigung und der versuchten Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gegen einen 21-jährigen Asylbewerber aus Gambia mit Wohnsitz in Tübingen.

 Seit Mittwoch sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Der 21-Jährige soll in Tübingen zwei Frauen vergewaltigt haben – eine 33-Jährige im Mai 2015 und eine 35-Jährige im März dieses Jahres. Außerdem soll er für zwei versuchte Vergewaltigungen verantwortlich sein. Die Beamten ermittelten den Mann mithilfe von DNA-Spuren.

Eine 35-Jährige hatte Anfang März bei der Polizei Anzeige erstattet: Am Abend des 24. Februar sei sie in einer Tübinger Asylunterkunft von einem dunkelhäutigen Mann vergewaltigt worden. Sie berichtete, dass sie freiwillig in dessen Wohnung mitgegangen war. Dort habe der Mann sie dann aber zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Der 21-Jährige behauptete, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei. Die Polizisten nahmen eine Speichelprobe.

Der DNA-Abgleich brachte mehrere Treffer: Er stimmt mit Spuren überein, die die Beamten nach einer vollendeten und einer versuchten Vergewaltigung im Jahre 2015 gesichert hatten. Zudem passt das Aussehen des heute 21-Jährigen zu den Täterbeschreibungen.

Weitere Fälle werden geprüft

In den frühen Morgenstunden des 1. Mai 2015 war eine 33-Jährige beim Lustnauer Tor von einem Mann angesprochen und nach Hause begleitet worden. In ihrer Wohnung soll er als Gegenleistung Geschlechtsverkehr verlangt haben. Die Frau lehnte ab, woraufhin der Mann sie bedrängte. Nach heftiger Gegenwehr ließ er von ihr ab und ging.

Am Morgen des 24. Mai 2015 war eine 33-Jährige auf Höhe der Taxizentrale in der Wilhelmstraße überfallen worden. Ein Mann hatte ihr aufgelauert, sie in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt. Am 11. Oktober 2015 war eine 22-Jährige am frühen Morgen im Botanischen Garten angegriffen worden. Der Mann kam plötzlich aus einer Hecke, packte sie am Hals und zerrte sie ins Gebüsch. Weil zwei Zeugen aufmerksam wurden, ließ er von ihr ab.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun, ob der Festgenommene für weitere Übergriffe auf Frauen in Tübingen verantwortlich sein könnte. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) forderte indes mehr Vollzugsbedienstete im öffentlichen Raum. „Tübingen war eine der Städte, in denen Frauen sich ohne Angst frei bewegen konnten. Das hat sich leider verändert“, sagte Palmer gestern.

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