Jahrelang hat er seine Frau misshandelt und gedemütigt. Doch sie verzeiht ihm immer wieder. Bis zur Nacht des 2. Januar 2017. Wie so oft ist der Gatte betrunken nach Hause gekommen. Er schlägt die 51-Jährige und zwingt sie, seinen Urin zu trinken. Als der Mann in der Wohnung in Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis) einschläft, sticht die Frau mit einem Messer zu. 18 Mal. Das Opfer, schwer alkoholkrank wie die Täterin, verblutet. Dann versucht die Frau, den Leichnam zu zerstückeln, um die Körperteile in einem Wok zu verbrennen.

Das Mannheimer Landgericht hat die gelernte Konditorin nun zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Frau habe „unter dem Eindruck der Erniedrigungen“ ihren Mann ermordet. Und „um alleine in Frieden in der Wohnung leben zu können“, sagt der Vorsitzende Richter Gerd Rackwitz. Vor der Tat habe die Angeklagte sich Mut angetrunken. Ihre Steuerungsfähigkeit sei damals „erheblich eingeschränkt“ gewesen. Deshalb wird sie nicht zu lebenslanger Haft verurteilt – wie von der Staatsanwaltschaft gefordert. Das Gericht ordnet zudem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an – nach vier Jahren Haft.

Die Ehe sei eine Hölle gewesen, sagte die Angeklagte. Sie habe ihren Mann dennoch „abgöttisch geliebt“ und liebe ihn noch immer. „Ich weiß nicht, was mich geritten hat“, sagt die Angeklagte in ihrem Schlusswort.

Verteidigerin Miriam Weis sprach von einer „Kurzschlussreaktion“ und beantragte achteinhalb Jahre wegen Totschlags in einem minder schweren Fall. „Sie sah keinen Ausweg mehr“ sagte Weis. Es war das Ende einer Ehe voller Gewalt.