In seinem „letzten Wort“ wiederholte Siegbert H., was er bereits beim Geständnis zu Beginn des Prozesses gesagt hatte: „Ich habe dem Ruf der Justiz geschadet.“ Das Landgericht Heilbronn hatte den 37-jährigen Ex-Vollzugsbeamten wegen Korruption zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.

Das Urteil bezeichnete der Vorsitzende Richter Frank Haberzettl als „milde“. Der Mitarbeiter der Heilbronner Vollzugsanstalt hatte über zwei Jahre lang Häftlinge mit 20 Handys, Alkohol, Marihuana und Drogenersatzstoffen versorgt. Dafür hatte er sich von den Auftraggebern oder deren Angehörigen entlohnen lassen. In der Anklageschrift werden mindestens 3150 Euro aufgezählt, die H. erhalten haben soll. Bei seiner Festnahme im Juli 2018 hatte H. auch 379 Tabletten Heroinersatz, zwei Gramm Heroin, 22 Gramm Haschisch bei sich.

Dass die Strafe nicht höher ausfiel, hat H. seiner Bereitschaft zur Aufdeckung des Schmuggel­skandals im Heilbronner Knast zu verdanken. Vor dem Heilbronner Landgericht müssen sich derzeit fünf Angeklagte wegen Bestechung des geschassten Aufpassers verantworten. In die illegalen Machenschaften vor und in der Anstalt sollen fast 100 Personen verwickelt sein, darunter mehrere Vollzugsmitarbeiter.

Seine Urteilsverkündung verband der Richter mit Kritik an der mittlerweile abgelösten JVA-Leitung, die Bedienstete nicht kontrolliert habe.

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