Wegen des Verdachts der rechtswidrigen Zahlung von Leistungs- und Forschungszulagen ermittelt die Staatsanwaltschaft Konstanz gegen mehrere Angehörige der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG). Das erklärte die Behörde am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Bereits am Vortag gab es demnach Durchsuchungen durch Beamte des Landeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft.

Der Fall erinnert an die „Zulagenaffäre“ an der Verwaltungshochschule Ludwigsburg, die seit mehr als zwei Jahren einen Untersuchungsausschuss im Landtag beschäftigt. In dieser Zeit war bekannt geworden, dass in Konstanz nicht nur in weit größerem Umfang als in Ludwigsburg fehlerhafte Zulagen gezahlt worden waren. Anders als in Ludwigsburg hatten in Konstanz auch Teile des Rektorats profitiert, das sich um Aufklärung kümmern soll. Präsident Carsten Manz erklärte damals, er habe eine entsprechende Einmalzahlung rückabgewickelt: „Der Fall ist vom Tisch.“

Präsident Carsten Manz anonym angezeigt

Manz war 2017 anonym angezeigt worden – er sollte unter den Professoren Gelder nach Gutsherrenart verteilt haben, angeblich um seine Wiederwahl zu sichern. Die Konstanzer Staatsanwaltschaft sah damals nicht genug Anhaltspunkte für Ermittlungen, begann sich 2018 nach Presseberichten aber wieder für die Hochschule zu interessieren. Es gab am Mittwoch keine Auskunft dazu, ob sich die aktuellen Ermittlungen auch gegen Manz richten.

Der Landtagsuntersuchungsausschuss „Zulagen Ludwigsburg“ hatte zuletzt signalisiert, sich mit der Konstanzer Thematik nicht mehr befassen zu wollen, sondern sie dem Wissenschaftsausschuss zu überlassen. Diesem gegenüber hat das Wissenschaftsministerium von Theresia Bauer (Grüne) im Januar in einem Sachstandsbericht erklärt: „Sowohl die Hochschule Konstanz als auch das Wissenschaftsministerium betreiben eine rasche, aber auch sorgfältige Prüfung und Entscheidung der fehlerhaften Fälle.“

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