Freiburg / David Nau Hätte das Familiengericht den Missbraucht des 10-Jährigen aus Staufen früher beenden können? Die Staatsanwaltschaft sieht dafür keine Anzeichen.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg sieht im Fall des missbrauchten Jungen aus Staufen keine Fehler bei den zuständigen Familiengerichten. Man sehe von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die beteiligten Richter ab, teilte die Behörde mit.

Gericht gab Jungen zurück zur Mutter

Im März 2017 war der heute 10-Jährige vom Jugendamt in Obhut genommen worden, nachdem die Behörde erfahren hatte, dass der wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafte Lebensgefährte der Mutter bei der Familie lebt. Das Familiengericht entschied wenig später, der Junge könne zur Mutter zurückkehren, wenn diese dafür sorge, dass der Lebensgefährte keinen Kontakt mehr zum Kind habe.

Gemeinsam mit ihrem Freund soll Berrin T. ihren Sohn an Pädophile vermittelt haben. Wie kann eine Mutter so etwas tun?

Hätten Richter Übergriffe verhindern können?

Den Richtern war vorgeworfen worden, die Übergriffe auf den Jungen nicht früher verhindert zu haben. Das Kind war von seiner Mutter und deren Lebensgefährten im Internet jahrelang für Vergewaltigungen angeboten worden.

Über Jahre wurde ein kleiner Junge in Staufen bei Freiburg missbraucht – von der eigenen Mutter, aber auch von Fremden, an die sie ihn verkaufte.