Wahl Julia Böcklen ist die neue Württemberger Weinkönigin

Neckarwestheim / Hans Georg Frank 07.12.2018

Am Ende fehlten der Schnell- und Vielsprecherin Julia Böcklen (24) fast die Worte. „Das kam komplett unerwartet“, kommentierte die Expertin für Kommunikation und Medien ihren Sieg bei der Wahl der 55. Württemberger Weinkönigin in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn). Die Winzertochter aus Eppingen-Kleingartach arbeitet zwar gerade an ihrem Master bei Bosch, aber mit dem Wein sei sie „seit Kindesbeinen an verbunden“, sagte sie vor 500 Zuschauern.

Prinzessinnen stehen der Königin zur Seite

Um das Amt hatten sich vier junge Frauen beworben. Wegen der vielen Aufgaben im nächsten Jahr – darunter Bundesgartenschau in Heilbronn, Landesgartenschau im Remstal – hatte der Weinbauverband beschlossen, allen Kandidatinnen mindestens den Rang einer Prinzessin anzuvertrauen. „Das wird eine ganz blumige Angelegenheit“, ist Julia Böcklen sicher.

Ihr zur Seite stehen die Psychologin Franziska Fischer (24) aus Flein, die Masterstudentin der Weinwirtschaft Ellen Volzer (22) aus Fellbach und die Winzerin Aliene Zischewski aus Illingen, die am Wahlabend 22 Jahre alt wurde. Weinbaupräsident Hermann Hohl sprach von einer „sehr engen Wahl“.

Julia Böcklen löst Caroline Klöckner ab, die zur 70. Deutschen Weinkönigin aufgestiegen ist. Dieser Erfolg sei für sie „eher anspornend, denn abschreckend“ gewesen, sagte Julia I. Auch sie wird im Herbst 2019 mit allen 13 Regionalköniginnen um die deutsche Krone kämpfen. „Das muss das Ziel sein“, gab sie sich zuversichtlich.

Fragen zu Klimawandel, Sortenstruktur und aktueller Politik

Die Weinkönigin wird ihr berufliches Engagement nicht wesentlich einschränken. Ein Sabbatjahr während der Regentschaft kommt für sie nicht in Frage: „Mein Terminkalender kann nicht voll genug sein.“

Die Kandidatinnen hatten sich vor der öffentlichen Präsentation hinter verschlossenen Türen den Fragen einer Jury mit rund 30 Mitgliedern aus Weinbau, Tourismus und Medien zu stellen. Dabei ging es nicht nur um Klimawandel und Sortenstruktur, auch in aktueller Politik wurden möglichst schlagfertige Antworten verlangt. Julia Böcklen denkt nicht an eine Zukunft als Politikerin: „Dafür wäre ich viel zu ungeduldig.“

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