Am 25. April 2007 wird die Polizistin Michèle Kiesewetter am helllichten Tag mitten in Heilbronn erschossen, ihr Kollege schwer verletzt. Die Aufarbeitung des Falles wird begleitet von Ermittlungspannen und Ungereimtheiten. Der SÜDWEST PRESSE-­Redakteur Thumilan Selvakumaran kniet sich jahrelang in die Affäre, betreibt Spurensuche, befragt Beamte und mögliche Zeugen, begleitet die Arbeit des Untersuchungsausschusses im Landtag.

Zweifel hegt der Autor an der Überzeugung der Bundesanwaltschaft, wonach die inzwischen verstorbenen Rechtsextremisten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt allein die Täter gewesen sein sollen, wie auch 2018 das Gericht im Münchner NSU-Prozess feststellt. Selvakumaran weist mehrfach darauf hin, dass von den beiden keine Spuren am Tatort entdeckt wurden, dass Phantombilder, die aufgrund von Zeugenaussagen angefertigt wurden, nicht zu Mundlos und Böhnhardt passen.

Im Mai 2017 sichtet Selvakumaran Dokumente, aus denen hervorgeht, dass bei einer Auswertung von Funkzellendaten in Tatortnähe neun Nummern mit Bezügen zum islamistischen Terror erfasst werden. Eine Nummer, die am Mordtag am Tatort registriert wird, weist eine Verbindung zu den „Sauerland-Terroristen“ auf. Doch die entsprechenden Daten werden von Fahndern gelöscht, auch das erfahren SÜDWEST PRESSE-Leser exklusiv.