Rettet die Bienen. Unter diesem Motto ist das Volksbegehren zur Bewahrung der Artenvielfalt in Bayern gelaufen - und hat nach Angaben der Initiatoren vorzeitig eine entscheidende Hürde genommen. Es hätten sich mehr als eine Million Menschen in Unterschriftenlisten eingetragen, teilte die Beauftragte des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“, Agnes Becker (ÖDP), am Dienstag in München mit.

Wie viele Stimmen waren nötig?

Für einen Erfolg waren Unterschriften von mehr als zehn Prozent aller Wahlberechtigten nötig - also knapp eine Million. Die offiziellen Zahlen will der Landeswahlleiter am Donnerstag vorlegen. Sie könnten noch deutlich höher liegen, da viele Kommunen in der Übersicht der Initiatoren noch fehlten. Das Volksbegehren zielt auf Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz. Biotope sollen besser vernetzt, Uferrandstreifen stärker geschützt und der ökologische Anbau gezielt ausgebaut werden.

Auch in Illertissen wurde mitgefiebert

Henning Tatje vom Stadtmarketing in Illertissen hat am Dienstag mitgefiebert wie bei einer Wahlentscheidung. „Wir als Stadt mussten uns ja neutral verhalten, aber man hat dann doch überall online nach den neuesten Zahlen geschaut, und ich habe mir sogar heute noch einen gelb-schwarz-gestreiften Pullover gekauft und drei Schleich-Figuren von Biene Maja, Flip und Willi, und hätte mich morgen damit auf den Marktplatz gestellt, um zu werben. Schließlich sind wir in Illertissen Bienenstadt.“

Der Ball liege nun beim Landtag, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen, um den Trend der Vermaisung und des Insektensterbens aufzuhalten. Tatje: „Man muss auch mit den Kritikern der Initiative konstruktiv ins Gespräch kommen und verhandeln.“ Gewinner oder Verlierer sollte es dabei nicht geben: „Gewinner sollte die Tierwelt sein“, sagt Tatje.

200 Unterschriften in zwei Stunden

In Illertissen hatten sich ihm zufolge im Rathaus allein am Samstag innerhalb von zwei Stunden 200 Menschen in die Liste eingetragen, um das Volksbegehren zu unterstützen. Nachdem die Aktion ein voller Erfolg geworden ist, will Tatje in Illertissen einen weiteren Anlauf starten, ein eigenes Bienen-Maskottchen zu konzipieren und dieses im Stadtbild noch sichtbarer zu machen. Er denkt dabei auch an kleine Plüsch-Bienen.

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