Hochwasser Überschwemmung im Südwesten – Pegelstände von Donau und Iller sinken

Hochwasser Überschwemmung im Südwesten – Pegelstände von Donau und Iller sinken

Uwe Keuerleber
Das Tief „Axel“ hat auch im Südwesten für Dauerregen und Hochwasser gesorgt. Am Mittwoch hat die Unwetterzentrale ihre Unwetterwarnung für Baden-Württemberg aufgehoben. Die Pegelstände der Flüsse sinken.

Überlaufende Flüsse, Erdrutsche, reißende Wassermassen: Die starken Regenfälle im Südwesten haben zu Straßensperrungen und Feuerwehreinsätzen geführt. Am Mittwochmorgen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Unwetterwarnung aufgehoben. In vereinzelten Landkreisen in Baden-Württemberg und Bayern gibt es noch kleine bis große Hochwasser.

Die Pegelstände von Donau und Iller sinken. Dennoch bleiben Sicherheitsvorkehrungen weiterhin bestehen. Wie die Stadt Neu-Ulm in einer Pressemitteilung am Mittwochnachmittag schreibt, bleiben der Geh- und Radweg unter der Gänstorbrücke, der Schwal und der Geh- und Radweg von der Illerbrücke bis zum DLRG bis auf Weiteres noch gesperrt.

Auch das Bootshaus war betroffen, innen blieb es trocken. Der Betrieb in der Ulmer Stiege wurde lahmgelegt. Mit dem starken Regen dürfte es laut dem Deutschen Wetterdienst erst einmal vorbei sein.

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Wasserstand der Iller hat Scheitelpunkt überschritten

Am Dienstag zeigten sich die starken Niederschläge und die Schneeschmelze im Allgäu besonders in Ulm-Wiblingen. Auf landwirtschaftlichen Flächen gab kleinere Überschwemmungen.

Gunther Wölfle, der beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth für den Kreis Neu-Ulm zuständig ist, sagteam Mittwochmorgen, dass der Scheitelpunkt überschritten sei. Es handele sich um ein „fünfjährlichen Hochwasserereignis“. Wölfle geht davon aus, dass in den nächsten zwei oder drei Tagen wieder der Normalpegelstand erreicht ist.

„Aktuell hat die Iller einen Wasserstand von 6,50 Meter“, sagte Einsatzleiter Manuel Sauter von der Feuerwehr Ulm am Mittwochmorgen. Somit bestehe momentan die Meldestufe 3, jedoch sinke der Pegelstand des Flusses. Sauter rechnet mit keinen größeren Überschwemmungen, auch in der Nacht und bis Mittwochmittag hatte die Feuerwehr keine Einsätze: „Wir sind gut davongekommen.“

Keine Straßen mehr im Alb-Donau-Kreis gesperrt

Bernd Weltin, Pressesprecher des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis, bestätigt am Mittwochmittag ebenfalls, dass der Pegelstand der Iller stark fallend ist – auch bei den Seitenflüssen. Aktuell seien im Alb-Donau-Kreis keine Straßen aufgrund von Überschwemmungen gesperrt. „In einigen Gemeinden wurden zur Sicherheit Rückstauwände an der Iller errichtet. Diese stehen aktuell noch“, so Weltin.

Donau-Radweg ist weiterhin überflutet und gesperrt

Auch an der Donau ging am Dienstag die Prognose „steil nach oben“: Laut Sauter liegt der aktuelle Wasserstand am Mittwoch bei 4,40 Meter, auch hier herrscht Meldestufe 3. Der Donau-Radweg ist weiterhin überflutet und gesperrt. Wie Marlies Gildehaus, Pressesprecherin der Stadt Ulm, sagte, führt der erhöhte Wasserstand zu keinen Problemen für die Stadt. Lediglich einige Hundert Meter des Donau-Radweges seien von der Sperrung betroffen. „Es gibt eine Umleitung durch die Stadt“, so Gildehaus. Bis wann der Weg wieder genutzt werden kann, ist noch nicht abzuschätzen. „Selbst wenn das Wasser weg ist, müssen die Entsorgungsbetriebe noch sauber machen“, erklärt die Pressesprecherin.

Ansonsten gibt es in Ulm keine Sperrungen mehr, die durch die Regenfälle verursacht wurden. In die Unterführung bei der Lupferbrücke sei zwar Wasser gespült worden. Die ist aber trotzdem befahrbar. Mit weiteren Überflutungen ist laut Gildehaus nicht zu rechnen. Aus Kempten komme vermutlich keine Hochwasser-Welle mehr.

Geh- und Radweg an der Gänstorbrücke gesperrt

Die Stadt Neu-Ulm hat am Dienstagvormittag die Geh- und Radwegunterführung unter der Gänstorbrücke sowie den Radweg von der Illerbrücke bis zum DLRG gesperrt. Die Sperrung dauert laut Pressesprecherin Sandra Lützel noch an. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Lage im Lauf des Tages entspannt und wir die Wege dann wieder freigeben können“, sagte Lützel am Mittwoch.

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Stadt Neu-Ulm sperrt den Schwal

Aufgrund des hohen Wasserstands in der Donau wurde auch der Schwal gesperrt. Ein Zugang ist bis auf Weiteres nicht mehr möglich. Fahrzeuge können bis zur Wendeplatte fahren. Der Grund für die Sperrung: Die Donau führt aufgrund des Hochwassers zahlreiche größere Äste und kleinere Bäume mit sich. Die unkontrolliert mitschwimmenden Gehölze könnten durch die Strömung zu einer Gefahr für Personen werden, die sich dort aufhalten. Im Bereich des Donaubades wurden darüber hinaus drei mobile Hochwasserschutzelemente installiert. Diese sind nach wie vor noch dort.

Hochwasser legt Betrieb in der Ulmer Stiege lahm

Auch den Betrieb in der Ulmer Stiege hat das Hochwasser lahmgelegt. Die Kunstausstellung an der Stadtmauer wurde ruiniert. Die rund 1,80 Meter hohen Glasvitrinen vor der Kunst-Bar wurden bis unters Dach überschwemmt. Der Treppenaufgang zum Gastraum war vollgelaufen und voller Schlamm. Eine Katastrophe zum Saisonstart, denn die Stiege war in diesem Jahr erst dreimal offen.

Sportplätze und Keller unter Wasser: Das Unwetter hat vielen Menschen im Raum Geislingen schwer zu schaffen gemacht – das gilt auch für die Feuerwehr: Im gesamten Landkreis rückte die Wehr zu fast 100 Einsätzen aus.

Zugverkehr zwischen Ulm und Augsburg war gesperrt

Auf den Bahnstrecken Augsburg-Ulm, Murnau-Garmisch-Partenkirchen und Erding-Markt Schwaben fielen Züge aus. Mittlerweile sind alle Sperrungen in Bayern, die wegen der Unwetter der vergangenen Tage nötig waren, aufgehoben. Bis Mittwochnachmittag könne es noch Verspätungen und einzelne Zugausfälle geben, sagte ein Sprecher in München. Dann sollten alle Züge wieder nach Plan fahren.

Der Dauerregen macht der Bahn zu schaffen: Am Dienstagmorgen sind mehrere Verbindungen in der Region ausgefallen.

Hochwasseralarm im Allgäu

In Wangen im Allgäu wurde in der Nacht auf Dienstag um 1.30 Uhr der Hochwasseralarm ausgelöst. Der Fluss Obere Argen, der durch die Stadt fließt, hatte den Auslösepegel von 2,30 Metern überschritten.

Nach Angaben der Stadt sinkt der Pegel des Flusses mittlerweile. Am frühen Mittwochmorgen gab es noch keine Angaben dazu, wann der Alarm beendet ist.

Der Deutsche Wetterdienst gibt Unwetterwarnung in Baden-Württemberg. In Wangen im Allgäu wurde Hochwasseralarm ausgelöst.

Wetteraussichten: Auf Tief „Axel“ folgt Hoch „Ophelia“

Mit dem starken Regen dürfte es erst einmal vorbei sein - denn nach dem regenreichen „Axel“ kommt nun die sonnige „Ophelia“: Das Wetter in Deutschland wird freundlicher. Bis einschließlich Samstag gebe es höchstens noch kurze Schauer, sagte der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch in Offenbach voraus.

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