Mehr als 30 Grad – und es wird noch heißer: Wenn in dieser Sommerwoche die Temperaturen in die Höhe klettern, dann schwitzt ganz Deutschland. Die Prognosen von Meteorologen: Bis zu 40 Grad in einigen Regionen von Baden-Württemberg und Bayern.

Doch was tun, wenn die Wärme unerträglich wird? Ab welchen Temperaturen gibt es für Schüler unterrichtsfrei? Und existiert ein Hitzefrei am Arbeitsplatz? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Hitzefrei am Arbeitsplatz

Wie sieht es im Büro aus? Gibt es Hitzefrei, wenn die Temperaturen dort zu hoch sind? Die kurze Antwort lautet: Nein. Grundsätzlich haben Arbeitnehmer kein Recht darauf, bei großer Hitze die Arbeit zu verlassen, so Rechtsexperten des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

Nach der Arbeitsstättenregel ASR 3.5 ist erst bei einer Raumtemperatur von 35 Grad anzunehmen, dass in diesem Raum nicht mehr gearbeitet werden kann. Das heißt aber nicht automatisch, dass der Arbeitnehmer nach Hause gehen kann, warnt der DGB – sondern nur, dass in bestimmten Räumen nicht gearbeitet werden darf. Ab 30 Grad Raumtemperatur ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, zu handeln. Möglichkeiten: Klimaanlagen, Ventilatoren, Jalousien oder kalte Getränke. Auch eine Verschiebung der Arbeitszeiten, zum Beispiel in die frühen Morgenstunden, ist denkbar.

Hitzefrei an Schulen in Baden-Württemberg

Mit dem Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern erledigt sich das Thema hitzefrei für die nächsten sechs Wochen für Schülerinnen und Schüler erst einmal. Doch selbst wenn die Schulbank drücken angesagt ist: würde es überhaupt hitzefrei in Baden-Württemberg geben?

„Es existiert keine generelle Vorgabe vom Land, ab wann es Hitzefrei für Schüler gibt“, sagt Christine Sattler vom Kultusministerium Baden-Württemberg, „konkrete Bedürfnisse und Fragestellungen müssen vor Ort mit in die Entscheidung einbezogen werden.“ Die einzelnen Schulen legen fest, ob und wann sie sie ihre Schüler nach Hause schicken. Sattlers Rat: Die Schulleitungen sollten sich auch mit den Eltern absprechen. Außerdem gibt das Kultusministerium bestimmte Empfehlungen und Kriterien. Diese lauten:

  • Die Außentemperatur beträgt um 11 Uhr mindestens 25 Grad Celsius im Schatten
  • Hitzefrei gibt es frühestens nach der vierten Stunde vom allgemeinen Unterrichtsbeginn der Schule an gerechnet
  • Benachbarte Schulen stimmen sich ab und entscheiden möglichst gleichmäßig
  • Schüler, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, sollen auch bei Hitzefrei die Gelegenheit haben, in Aufenthaltsräumen zu bleiben. Bis zur Heimfahrt müssen sie beaufsichtigt werden.
  • Hitzefrei gibt es nicht für die beruflichen Schulen und für die gymnasiale Oberstufe.

Hitzefrei an Schulen in Bayern

Ähnliches gilt im Freistaat: „Eine gesetzliche oder sonstige rechtsverbindliche Regelung, wonach den Schülerinnen und Schülern ab einer bestimmten Temperatur oder unter sonstigen bestimmten Voraussetzungen ‚hitzefrei’ zu gewähren ist oder gewährt werden kann, existiert nicht“, schreibt das bayerische Kultusministerium auf seiner Internetseite. Auch hier können Schulleitungen nach eigenem Ermessen hitzefrei geben.

Übrigens: Eine bundesweite Regelung gibt es seit 1999 nicht mehr. Neben Baden-Württemberg und Bayern können auch die Schulleiter in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Hessen entscheiden, ob die Schüler nach Hause gehen dürfen oder nicht.

Das könnte dich auch interessieren: