Ein Loch ist im Eimer, Karl Otto!“, jodelt der Volksmund – außer in Pforzheim. Das singt inbrünstig: „Das Loch ist im Eimer“, eine winzige Abwandlung mit durchschlagender Wirkung. Zumal das Loch eines der Bahn ist, und die kennt sich ja aus mit großen Löchern. Nein, nicht die in Finanzierungstöpfen. Auch. Aber hier geht es um Tunnel, die im Südwesten ja gerne mal einstürzen (Rastatt) oder absaufen (Untertürkheim).

Genug der Häme: Der „Alte Pforzheimer Tunnel“ hat ja Stand gehalten – 150 Jahre. Und was hat es ihm genützt? Nix! Er ist nicht mehr sanierbar, ein Totalschaden, nicht mal mehr für eine Champignon-Zucht zu gebrauchen. Und da im September nebenan zwei Röhren eröffnet wurden, die den Pforzheimer Hauptbahnhof und den Nachbarort Ispringen verbinden, wird der alte  Tunnel nun dicht gemacht. Schicht im Schacht.

Die Bahn nimmt dafür, was da ist: den Aushub von den Nachbarröhren. Der altehrwürdige Tunnel wird nicht abgefüllt wie eine Leberwurst: Verfüllt wird in Lagen. Unten rein Aushub, darüber dann ein „Dämmmaterial“, um „den Tunnelquerschnitt vollumfänglich abzudichten“. Wird wohl so etwas wie „Imodium akut“ für Tunnel(zu)bauer sein.

Genau 903 Meter, befüllt in sechs Abschnitten, abgedichtet  und vorne wie hinten mit Beton: Wenn das geschafft ist, werde bis zum Herbst „die  Böschung angeschüttet, sodass die Portale noch etwa zur Hälfte zu sehen sind“. Traurig. So traurig.

Was aber singt Pforzheim dann? „O du lieber Augustin, alles steckt drin“?