Kultur Freilichtmuseen brauchen mehr Geld

Auch das „Effringer Schlössle“ gehört zum Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach.
Auch das „Effringer Schlössle“ gehört zum Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. © Foto: Petra Walheim
Gutach / Petra Walheim 01.02.2019

Frank Scherer, der Landrat der Ortenaukreises, stand fünf Jahre an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft der sieben Freilichtmuseen im Land, der „Sieben im Süden“. In dieser Zeit konnte er das Land davon überzeugen, dass die „Sieben im Süden“ für die Instandhaltungsarbeiten in den Museen mehr Fördermittel brauchen. Das Land hat die Fördermittel von jährlich 600 000 Euro auf 750 000 Euro aufgestockt.

Gestern hat Frank Scherer den Vorsitz an den Tuttlinger Landrat Stefan Bär weitergegeben, und auch er will sich dafür einsetzen, dass die Freilichtmuseen im Land mehr Geld bekommen. „Die ­Häuser in den Museen werden älter und damit die Instandhaltungskosten ständig höher“, sagt Margit Langer, Geschäftsführerin des Schwarzwälder Freilichtmuseums Vogtsbauernhof in Gutach, dem ältesten Freilichtmuseum unter den Sieben. Die Arbeits­gemeinschaft wünscht sich deshalb, dass das Land die Förderung auf 1,4 bis 1,5 Millionen Euro jährlich aufstockt. Unter anderem dafür möchte sich Landrat Stefan Bär während seines Vorsitzes ­einsetzen.

Auch soll das Sonderförderprogramm des Landes erhalten werden. Für 2018 und 2019 hat das Land eine Million Euro zur Verfügung gestellt, damit in den Museen die Vermittlung der kulturellen Inhalte in den Museen modernisiert, digitalisiert und teilweise auch interaktiv gestaltet werden kann.

Die „Sieben im Süden“ sind allesamt in kommunaler Trägerschaft, meist sind es die Landkreise, die die Kosten tragen. Trotz steigender Besucherzahlen können sich die Freilichtmuseen nicht selbst finanzieren.

Der Hitzesommer in der Saison 2018 konnte die Menschen nicht davon abhalten, die Museen zu besuchen. Die Besucherzahlen sind um rund fünf Prozent auf mehr als 700 000 angewachsen. Die Zahl der gebuchten Führungen und museumspädagogischen Aktionen für Schulklassen und Erwachsenengruppen ist auf 4500 gestiegen. Zum Jahreswechsel hat die AG eine Infobroschüre veröffentlicht, die das museumspädagogische Angebot der Museen gebündelt präsentiert. Sie wird landesweit an Bildungseinrichtungen verteilt.

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