Satteldorf Nach Tod eines Feuerwehrmanns: Kameraden stehen unter Schock

Satteldorf / Andreas Harthan 15.01.2019
Ein Crailsheimer Feuerwehrmann ist am Sonntag nach einem Einsatz auf der Autobahn gestorben.

Nur Minuten, nachdem er mitgeholfen hatte, einen schwerverletzten Fahrer aus seinem Autowrack zu befreien, lag der Crailsheimer Feuerwehrmann Jochen Bolze am Sonntagvormittag an der Unfallstelle auf der A6 bei Satteldorf bewusstlos am Boden. Er wurde von Kameraden sofort reanimiert und vom Notarzt versorgt. Der in Dinkelsbühl stationierte Rettungshubschrauber wurde hinzugezogen, um zwei Notärzte am Einsatzort zu haben. Doch alle ärztlichen Bemühungen waren vergeblich, der 53-Jährige starb gegen Mittag im Haller Diakonie-Krankenhaus. Die Todesursache ist unklar, bislang ist von einem medizinischen Notfall die Rede. Klar ist hingegen, dass der Tod des Feuerwehrmannes nichts mit dem Einsatz zu tun hat.

Der Schock in der Crailsheimer Feuerwehr sitzt tief. Jochen Bolze gehörte zu den Stützen der Wehr. Weil er im Gerätemagazin in der Gartenstraße wohnte, war er bei fast jedem Einsatz dabei, gehörte zu der Handvoll Feuerwehrmänner, die immer als erste am Einsatzort waren. Bolzes beherztem Einsatz verdanken etliche Menschen ihr Leben. Nun ist er selbst dort gestorben, wo er Menschen vor dem Tod gerettet hat: auf der Autobahn.

Er lebte für die Feuerwehr

Wenn ein Feuerwehrangehöriger im Dienst stirbt, ist das für jede Wehr ein Schock. Im Fall Crailsheim kommt erschwerend hinzu, dass seine Frau und seine beiden Kinder am Sonntag bei dem Einsatz dabei waren, denn auch sie sind in der Wehr aktiv. Bolze hat seine Frau bei der Feuerwehr kennengelernt, und er hat seine Begeisterung für den Dienst in der Wehr auf seine Kinder übertragen. Sowohl der Sohn als auch die Tochter sind erst kürzlich von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven übergetreten. Werner Groß, Ehrenkommandant der Abteilung Kernstadt, und Tilman Wagner, Ehrenkommandant der Gesamtwehr, haben lange mit Bolze zusammengearbeitet, und sind sich einig: „Er hat für die Feuerwehr gelebt.“

Das könnte dich auch interessieren:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel