Grabenstetten / DPA  Uhr
Roland Deh, der Bürgermeister von Grabenstetten, hat seine Kritik an dem aus der Falkensteiner Höhle geretteten Führer relativiert.

Am 28. Juli sind zwei Männer in der Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden. Schnell wurde eine große Rettungsaktion gestartet. Der Guide und sein Kunde mussten bis Montagmorgen in der Höhle ausharren, bevor sie schließlich gerettet wurden - zu groß war die Gefahr durch starke Strömungen in der Höhle. Schnell wurde Kritik an dem verunglückten Höhlenführer laut. Nicht zuletzt, weil ein anderer Guide seine Tour aus Sicherheitsgründen abgebrochen hatte.

Die Cojote GbR, die ebenfalls Touren in die Falkensteiner Höhle anbietet, war am Sonntag auch vor Ort. Ihr Guide entschied aus Sicherheitsgründen, die Tour abzubrechen - und alarmierte die Höhlenrettung, um den anderen Anbieter und seinen Kunden zu retten.

Auch der Bürgermeister von Grabenstetten, Roland Deh, sprach von einer „Dummheit“ und dass es „nicht besonders schlau“ gewesen sei, bei dieser Wettervorhersage in die Höhle zu gehen. Jetzt ruderte der Deh zurück und relativierte seine Kritik am Guide. Der Guide habe beim Einstieg in die Höhle auf der Schwäbischen Alb nicht unbedingt mit einem Niederschlag von 100 Litern pro Quadratmeter in kürzester Zeit rechnen können, erklärte Deh. An dem ungewöhnlichen Starkregen sei wohl der Klimawandel schuld.

Zahlt der Guide für die Rettungsaktion?

Derzeit werde mit externer Expertise geprüft, ob der Unternehmer die Genehmigung für Touren weiterhin behalten könne. Der Bürgermeister geht davon aus, dass der Anbieter aus der Region die Rechnung für die Bergung bezahle. Schließlich sei Bedingung für die Genehmigung für Höhlen-Touren der Nachweis einer Versicherung für Notfälle. Deh hatte zuvor die Kosten für die Bergung mit 90 Einsatzkräften unter anderem von Feuerwehr, Bergwacht, Rotem Kreuz und Polizei auf 15.000 bis 20.000 Euro geschätzt.

Regeln verschärft: Höhlen-Besucher müssen mehr Infos angeben

Nach dem Unglück ist laut Deh zudem die Anmeldung für Höhlengänger ergänzt worden. „Wir wollen jetzt ein paar Informationen mehr“, sagte er. Unter anderem werde ein Nachweis gefordert, dass die Versicherung auch bei Fahrlässigkeit für die Kosten aufkomme. Außerdem fehle nach wie vor ein Überblick über die Gesamtzahl der Besucher der Höhle: „Deshalb wollen wir am Ende des Jahres von den Tourunternehmern wissen, wie viele Kunden sie dort hineinbegleitet haben.“ Auch würden künftig weitere Informationen über die Erfahrungen der Guides eingefordert. „Das alles soll mehr Sicherheit bringen“, sagte Deh.

Kein Eintritt in Falkensteiner Höhle ab Ende September

Für die Höhle beginnt - wie jedes Jahr - Ende September eine Eingangssperre zum Schutz der Fledermäuse, die bis Ende März dauert.

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