Südwesten Eichhörnchen leiden unter den Folgen der Hitze

Eichhörnchen leiden unter den Folgen der Hitze.
Eichhörnchen leiden unter den Folgen der Hitze. © Foto: Archiv
Südwesten / Giovanni De Nitto/lsw 12.09.2018
Eichhörnchen im Südwesten steht ein schwieriger Herbst und Winter bevor.

Eichhörnchen im Südwesten steht ein schwieriger Herbst und Winter bevor. Wegen des besonders heißen Sommers sei die Nahrungssuche schwierig, sagte Artenschutz-Expertin Felicitas Rechtenwald vom Naturschutzbund Nabu Baden-Württemberg. Haselsträucher, Rotbuchen und Eicheln zum Beispiel seien durch die Hitze in den vergangenen Monaten sehr schnell reif geworden, weshalb die Früchte zu früh und teilweise ohne Kerne abfielen.

Eichhörnchen sammeln und verstecken diese laut Nabu dennoch. Graben sie ihre Vorräte dann im Winter aus und finden leere Hülsen vor, droht ihnen der Hungertod. Vor allem junge Eichhörnchen, die erst in diesem Sommer geboren wurden, seien gefährdet, sagte Rechtenwald.

Der Naturschutzbund empfiehlt deshalb, schon jetzt mit dem Zufüttern zu beginnen. Mit Sonnenblumenkernen, Haselnüssen und Obst auf dem Balkon oder im Garten könne man den Tieren beim Überwintern helfen.

Beim Experten nachgefragt:

Wir haben beim NABU Baden-Württemberg nachgefragt. Dr. Stefan Bosch, Fachbeauftragter und Buchautor („Das Eichhörnchen“), hat sich die Zeit genommen und geantwortet.

Droht dem einheimischen Eichhörnchen in diesem Winter der Hungertod?

Es kann durchaus zu lokalen Nahrungs-Engpässen kommen, aber Eichhörnchen haben eine breite Nahrungspalette und kommen in der Regel trotzdem gut durch den Winter.

Müssen wir uns mittelfristig um das Eichhörnchen ernsthafte Sorgen machen?

Das Eichhörnchen ist in Mitteleuropa momentan noch nicht gefährdet. Die größte Gefahr droht vom amerikanischen Grauhörnchen, welches vor allem in Großbritannien und Norditalien eingebürgert wurde und dort das einheimische Eichhörnchen verdrängt.

Was müssen wir im Zusammenleben mit den Eichhörnchen beachten?

Ihr Lebensraum ist normalerweise der Wald und dort finden sie ausreichend Nahrung. Das Nahrungsangebot für Eichhörnchen, die sich in Parks oder Gärten angesiedelt haben, können wir durch Zufüttern erweitern. Dabei sollte man zum einen auf geeignetes Futter achten und zum anderen sicherstellen, dass sich ausschließlich Eichhörnchen und nicht etwa Ratten, Füchse oder andere Tiere bedienen.

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Info:

Eichhörnchen sind überwiegend tagaktiv. Als Baumbewohner sind sie sehr gute Kletterer und verbringen die meiste Zeit in den Bäumen und kommen nur gelegentlich auf den Boden zur Nahrungssuche. Sie bauen ihre Nester aus Zweigen und Blättern in Baumhöhlen oder Astgabeln. Fressfeinde der Eichhörnchen sind in erster Linie Greifvögel und Raubtiere wie Marder und Katzen.

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