Land am Rand Direkter Draht nach oben

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Baden-Baden / Petra Walheim 06.11.2018

Wer meint, die Nonnen und Mönche in den Klöstern lebten in der technischen Steinzeit und kommunizierten noch über reitende Boten, der irrt. Aber ganz gewaltig. Der Fortschritt macht auch vor jahrhundertealten, dicken Klostermauern nicht halt. Eventuell ist der Netzempfang dahinter nicht der beste, aber das ist ein anderes Thema.

Hier soll es um die Sorgen und Nöte der Gläubigen gehen und um deren Wunsch, dass diese in professionell ausgeführte Gebete eingebunden werden. Dahinter steht die Hoffnung, dass sich Sorgen und Nöte verringern oder gar zum Guten wenden lassen. Durch den direkten Draht nach oben, über den die Damen und Herren in den Klöstern verfügen sollen.

Diese Anliegen wurden bislang per Post oder im Gespräch an den Mann oder die Frau gebracht. Die 22 Zisterzienserinnen im Kloster Lichtenthal in Baden-Baden haben den Gläubigen nun auch den digitalen Weg eröffnet. Mitglieder der Netzgemeinde „Da_Zwischen“ konnten ihre persönlichen Gebetsanliegen per Whatsapp an die Netzgemeinde schicken. Das achtköpfige Team, das hinter dem digitalen Angebot steckt, hat die Bitten nach und nach auf das Smartphone der Ordensschwestern geschickt, fast 300.

Die Nonnen haben versprochen, die Anliegen der Mitglieder der Netzgemeinde bis zum 1. Advent an jedem Mittwoch im Gottesdienst in ihre Fürbitten einzuschließen und sie auch in ihre persönlichen Gebete aufzunehmen. Da endet der digitale Weg. Gebetet wird wie seit fast 800 Jahren im Kloster Lichtenthal auf konventionelle Art und Weise.

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