Kohlberg Der Meiler glimmt, die Ziegen staunen

Wie immer hoch im Kurs standen beim Ziegenfest die tierischen Bewohner des Jusi. Für sie gab es viele Streicheleinheiten von Kindern und Erwachsenen.
Wie immer hoch im Kurs standen beim Ziegenfest die tierischen Bewohner des Jusi. Für sie gab es viele Streicheleinheiten von Kindern und Erwachsenen. © Foto: Mara Sander
Kohlberg / Von Mara Sander 13.05.2018

Die Ortsgruppe Kohlberg-Kappishäusern des Schwäbischen Albvereins hat „echte“ Kohle gemacht für den Förderverein der Grundschule am Jusi, und zwar beim Ziegenfest am Wochenende auf dem alten Sportplatz. Damit ist nicht etwa ein Rekordumsatz durch die Bewirtung gemeint, sondern vielmehr etwa 50 Säcke echte Holzkohle aus dem Kohlenmeiler von Herbert „Hebbe“ Haag. Der Verkaufserlös wird für die Projekte des Fördervereins gespendet.

Und es gab dazu noch einen „Mehrwert“, denn die Drittklässler durften in der vergangenen Woche selbst zwei kleine Meiler aufschütten. Sie lernten dabei nicht nur die Ziegen, die teilweise neugierig zuschauten, kennen. Sie erfuhren auch, wie Holzkohle entsteht. Köhler Haag erklärte, wie ein Meiler richtig aufgeschichtet wird, und zwar im „natürlichen Böschungswinkel von 52 Grad“.  Die Kinder selbst durften ihre kleinen Meiler „schütten“, nämlich mit speziell vorgetrocknetem Holz, und das dann mit Gras als Trägerschicht für die „Lösche“, das sind die Reste von einem alten Meiler, abdecken und die Meiler in Brand setzen. „Die werden nicht angezündet, sondern in Brand gesetzt“, erklärte der Köhler.

Herbert Haag führte auch die „rote Nadel“ vor, das ist der Metallstab, mit dem der Köhler „Pfeifen“ macht. Und das wiederum sind die Löcher, aus denen der Wasserdampf entweicht.

Wer Köhler Haag während der Woche, die der große Meiler in Brand war, besuchte, erfuhr außerdem: Der Rauch, den das Grillfeuer („Köhlerfeuer“) verursacht, erreiche „nur die Dummen“. Denn: „Die Gescheiten gehen zur Seite und atmen ihn nicht ein“, erklärte der Köhler mit seinem speziellen Humor.

Da der Köhler viele Sprüche auf Lager hat, war eigentlich immer was los am Meiler und bei den Ziegen. Zum Ziegenfest selbst eröffnete er am Samstag den Meiler in der Morgendämmerung kurz nach fünf Uhr.

Er ließ dabei auch den „Ziegenvater“ und Albvereinsvorsitzenden Stefan Tremmel den Meiler reihenweise auseinanderziehen, so dass die Holzkohle zum Vorschein kam. Dabei galt es, die vielen Glutnester schnell zu erkennen und zu löschen. Darum sah man beide Akteure mehrfach mit der Gießkanne hantieren. „Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel“, lautete die genau zu befolgende fachmännische Anleitung.

 Erst nach getaner Arbeit konnte  „Ziegenflüsterer“ Tremmel seine „Mädels“ rufen, die allerdings ihren eigenen Kopf haben.

Weil er keine Leckerbissen an die 84 Ziegen verteilte, waren die Tiere genauso schnell wieder weg wie sie gekommen waren. Denn oben am Berg erblickten sie Spaziergänger, und die sind immer interessant.

Beim Ziegenfest selbst bekamen die Tiere reichlich Streicheleinheiten, denn es kamen sehr viele Besucher. Manche probierten eine „Ziegenrote“ und waren begeistert, wie gut die schmeckte.

Dafür musste allerdings keine der Jusi- oder Florianziegen ihr Leben lassen. „Wir züchten weder für Fleisch noch Milch“, erklärte Tremmel, dass der Verein die Ziegen ausschließlich für die Landschaftspflege am Jusi und am Florian hält. Aus Liebe zu Natur und Umwelt steht trotz der Kosten niemals das Eurozeichen in den Augen der Vereinsmitglieder. „Bei Regen wäre das Ziegenfest halt ausgefallen, auch wenn wir das Geld aus der Bewirtung benötigen.

Aber ein Ziegenfest in der Jusihalle werde es nie geben, so die Veranstalter. Das gehört dorthin, wo die Ziegen leben, nämlich frei auf dem Jusi. Und Regen benötigt die Natur jetzt dringend“, so Stefan Tremmel.

Wie zur Belohnung fiel das Fest aber nicht ins Wasser und war sogar schon am Samstag beim gemütlichen Abend mit Musik und Tanz sehr gut besucht.